HSH Nordbank: Neue Vorwürfe gegen Kopper und Nonnenmacher

HSH Nordbank
Neue Vorwürfe gegen Kopper und Nonnenmacher

Die Spitzelaffäre der HSH Nordbank weckt bei den Eigentümern zunehmend Zweifel, ob der Aufsichtsratschef der Richtige ist, um für Aufklärung zu sorgen. Sie halten Hilmar Kopper für beratungsresistent. Die Finanzaufsicht BaFin leitete bereits eine Sonderprüfung ein.
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BERLIN. Die Bankenaufsicht BaFin wählt im Kampf um Aufklärung bei der HSH Nordbank ihre schärfste Waffe: eine Sonderprüfung nach Paragraf 44 - umfassender geht es nicht. Sie kommt in der Regel nur dann zum Einsatz, wenn schriftliche Auskunftsverfahren als nicht erfolgversprechend angesehen werden. Jetzt fühlt die Bundesbank im Auftrag der BaFin dem Institut auf den Zahn. Offensichtlich will sich die BaFin ein detailliertes Bild über die Arbeitsabläufe der Konzernsicherheit bei der HSH machen, um künftiges Fehlverhalten zu vermeiden. Die HSH bestätigte die Sonderprüfung.

Prüfer der Bundesbank werden jetzt im Auftrag der BaFin die HSH unter Führung von Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher auf den Kopf stellen. Sie sollen unter anderem herausfinden, ob die Bank den Ex-Vorstand Frank Roth mittels manipulierter Unterlagen loszuwerden gedachte. Und ob die Bank den ehemaligen New Yorker Niederlassungsleiter loswurde, indem sie ihn mit Kinderpornografie in Verbindung brachte. Die nach fantasievollem Wirtschaftskrimi klingenden Vorwürfe lässt der Aufsichtsrat der Bank von einer Kanzlei prüfen. Spätestens am 21. Oktober wird der Aufsichtsrat darüber beraten.

Die Landesbank steht im Verdacht, bei der Trennung von unliebsamen Mitarbeitern mit kriminellen Methoden gearbeitet zu haben. Doch nicht nur mit der BaFin hat die HSH Nordbank zu kämpfen. Der geschasste Vorstand Roth wirft der Landesbank im Interview mit dem Handelsblatt seine "soziale Exekution" und "Unanständigkeit" vor. Mittlerweile habe das Institut den Vorwurf, er habe vertrauliche Dokumente an Dritte weitergegeben, fallen gelassen und behaupte nur noch, er habe seinen Schreibtisch nicht richtig aufgeräumt. Dennoch habe es Beschwerde eingelegt, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt hat. Roth hält die Vorwürfe für Vorwände, um ihn als Vorstand loszuwerden. Es mehren sich die Anzeichen, dass sich die HSH bei den juristischen Auseinandersetzungen mit Roth ins Abseits manövriert.

Aufsichtsratschef Hilmar Kopper hat ohne Not eine Gelegenheit verpasst, eine geräuschlose Vereinbarung mit Roth zu schließen. Jetzt droht Kopper eine große Blamage. Bei den Eigentümern nährt dies Zweifel an seinem Verbleib. Die Hoffnung, dass die Bank unter ihm wieder in ruhiges Fahrwasser kommt, ist geschwunden.

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  • Nonnenmacher hat mittlerweile mindestens 5 baustellen, trotzdem sagt er, er habe noch genug Zeit sich um die belange der bank zu kümmern...Respekt. Die ganze Angelegenheit ist allerdings ein Paradebeispiel dafür, das moralische Werte wie integrität, Loyalität, Vertrauen und Ehrlichkeit gegen Geld und Macht in der Wirtschaft wohl keine Chance haben.

  • beratungsresistent..., Atersstarsinn...., das liest sich ja, als ob hier Hinterwäldler (nur einer?) im Aufsichtsrat agieren. ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, daß bei der HSH gründlichst (!) und unverzüglich aufgeräumt werden muß. Wann fangen die Eigentümer damit an?

  • Wirtschaftskriminalität in einer der öffentlichen Hand nahen bank... das hätte ich mir nicht vorzustellen vermocht. Da hier keine schnelle Aufklärung gelang, gehört der ganze Laden aufgelöst. Da aber die Mitarbeiter am Wenigsten für das unglaubliche Verhalten der überbezahlten Manager können, sollte die bank mit einer anderen Landesbank fusioniert werden, was perspektivisch der bereinigung dieser Uraltstrukturen zuträglich wäre. Die handelnden Vorstände gehören per sofort freigestellt, sofern sie auch nur im Verdacht stehen an dem Kinderporno- oder Dokumentfälschungsthema beteiligt gewesen zu sein. Ein gutes beispiel für den Verlust von Anstand und Moral in der bRD. Globalisierung hin oder her.

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