HSH Nordbank Nonnenmacher fordert Ende der „Daueraufregung“

Angesichts zunehmender Kritik der Eigner kämpft HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher um seinen Posten. Der umstrittene Bankchef bekräftigte kurz vor seiner Vernehmung vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Kieler Landtags an diesem Montag seine Bereitschaft, den Anteilseignern, Hintergrund und Umfang von Sicherheitsmaßnahmen der Bank "angemessen" zu erläutern. Zugleich warnte er davor, die Sanierung und Neuausrichtung der Bank kaputtzureden.
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Dirk Jens Nonnenmacher Quelle: DAPD

Dirk Jens Nonnenmacher

HB HAMBURG/KIEL. "Alle Informationen liegen transparent aufgearbeitet vor." Der Zustand der "Daueraufregung" bei Politik und Öffentlichkeit müsse beendet werden, sagte der HSH-Chef. Sonst drohe die Sanierung der Landesbank in Gefahr zu geraten. "Das wäre bitter für die Länder - und es wäre gefährdend für die Wirtschaft in der Region", betonte Nonnenmacher.

Die Bank war unter anderem in die Kritik geraten, weil die Sicherheitsfirma Prevent in mindestens einem Fall eine Diskussionsveranstaltung mit Politikern beobachtet hatte. Die Kieler Landesregierung und der Hamburger Senat fordern weitergehende Auskünfte, ob Politiker oder Kritiker der Bank ausgeforscht wurden. Mit den bisherigen Versicherungen der Bankspitze wollen sich Regierung und Senat nicht mehr zufriedengeben.

Nonnenmacher erklärte, Ziel der Zusammenarbeit mit der Sicherheitsfirma Prevent sei eine Einschätzung der Sicherheitslage gewesen - und welche möglichen Maßnahmen daraus abzuleiten seien. Mittlerweile arbeite die Bank an einem professionellen Sicherheitskonzept; das Thema werde künftig ausschließlich aus dem Unternehmen selbst gesteuert. Zugleich betonte er, er habe eventuelle unredliche Vorgänge weder gekannt noch gebilligt.

Die krisengeschüttelte HSH hatte im zweiten Quartal das erste Mal seit langem wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das staatlich gestützte Institut ist der größte Schiffsfinanzierer und damit wichtig für Norddeutschland. Hamburg und Schleswig-Holstein hatten das durch Fehlspekulationen in Schieflage geratene Institut mit drei Mrd. Euro vor dem Aus gerettet und halten seither 85,5 Prozent an der Landesbank.

Die beiden Länder hatten vergangene Woche angekündigt, mit HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper über die Zukunft des umstrittenen Bankschefs sprechen zu wollen. Das Vertrauen in Nonnenmacher sei "erheblich strapaziert", hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) gesagt. Ähnlich äußerte sich Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU). Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" wollen die Eigner Nonnenmacher konkretes Fehlverhalten nachweisen, um ihn ohne Abfindung entlassen zu können.

Die beiden Landesregierungen wollen Nonnemacher zunächst die Möglichkeit geben, offene Fragen zu klären. Sie wollen von ihm erfahren, wer Aufträge an die Detektei Prevent unterzeichnet hat. Die Bank hatte eingeräumt, dass die Sicherheitsfirma eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Politikern besucht hat.

Die Eigner wollen wissen, ob auch Politiker der beiden Landesregierungen ausgespäht wurden. Die HSH argumentiert damit, die Detektei damit beauftragt zu haben, ihr ein Bild über die "Gefährdungslage" der Bank zu verschaffen, nachdem Mitarbeiter anonyme Droh-Emails erhalten hätten.

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2 Kommentare zu "HSH Nordbank: Nonnenmacher fordert Ende der „Daueraufregung“"

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  • Und ich fordere von Nonnenmacher ein Ende des Schmierentheaters, das er abliefert.

    Wer den in den Vorstand berufen hat u. noch schützt, gehört ebenfalls abgelöst, Hr. Kopper!

  • in der Tat ist es besser, Diskussionsveranstaltungen von Politikern keinesfalls zu besuchen - man könnte psychisch oder gar physisch gestört wieder herauskommen. Das bedeutet jedoch, daß die Politiker dort anzuklagen wären, nicht die bedauernswerten besucher. Soweit sind wir nun schon, daß die (überwiegend?) in der Öffentlichkeit operierenden Politiker die Menschen anklagen, die sich den Unfug, den sie verzapfen tatsächlich auch noch anhören?

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