HSH-Nordbank-Prozess
Nonnenmacher knöpft sich Staatsanwälte vor

Wochenlang hat Ex-HSH-Nordbank-Chef Nonnenmacher im Prozess gegen den früheren Vorstand der Bank geschwiegen. Am zwölften Verhandlungstag nahm er Stellung und fand dabei harte Worte für die Staatsanwaltschaft.
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HamburgIm Verfahren gegen den ehemaligen Vorstand der HSH Nordbank hat der Angeklagte Dirk Jens Nonnenmacher die Hamburger Staatsanwaltschaft massiv angegriffen. Angesichts der Voreingenommenheit der Behörde werde er Fragen der Staatsanwälte nicht beantworten, sagte der frühere Finanz- und Vorstandschef zum Abschluss einer längeren Erklärung am Montag im Gerichtssaal. Er sei lediglich bereit, Fragen des Gerichts zu beantworten.

„Die Staatsanwaltschaft hätte Fragen vor der Erhebung der Anklage stellen können und müssen“, erklärte Nonnenmacher. Sie habe ihn jedoch als Beschuldigten vor der Erhebung der Anklage zunächst gar nicht vernehmen wollen, so dass er über seinen Anwalt rechtliches Gehör habe einfordern müssen.

Der Vorwurf, er habe die Quartalsbilanz zum 31.3.2008 vorsätzlich falsch dargestellt, sei „mehr als lebensfremd“. An anderer Stelle seines rund 45-minütigen Vortrags nannte Nonnenmacher Vorwürfe der Staatsanwälte „absurd“ und eine „abwegige Einschätzung“. Mit dem fraglichen Geschäft „Omega 55“ hätten sich mehrfach Rechnungsprüfer, Juristen und Aufsichtsbehörden befasst. Es gebe wohl keinen Sachverhalt im deutschen Bankenbereich, der von so vielen sachkundigen Institutionen geprüft und gewürdigt werden musste. „Sämtliche Untersuchungen sind zu dem Ergebnis gelangt, dass mir aktien- und zivilrechtlich keine Pflichtverletzungen vorzuwerfen sind“, sagte Nonnenmacher.

Nonnenmacher steht mit seinen früheren Vorstandskollegen wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall und wegen unrichtiger Darstellung vor Gericht, das ist Bilanzfälschung. Es geht bei dem Verfahren um das Geschäft „Omega 55“ aus dem Dezember 2007, mit dem die HSH Nordbank ihre Bilanz entlasten wollte und das am Ende zu hohen Verlusten führte. Nonnenmacher wies darauf hin, dass er als Finanzchef nicht für „Omega 55“ zuständig gewesen sei. „In die Planung, Vorbereitung, Ausgestaltung, Umsetzung und Überwachung der Transaktion war ich persönlich zu keinem Zeitpunkt eingebunden“, sagte er.

Nonnenmacher war erst wenige Wochen vor dem Geschäft in die Bank eingetreten. In den rund 50 Arbeitstagen bis Weihnachten 2007 habe er sich mit seinen Aufgabenbereichen und der Organisation der HSH Nordbank vertraut gemacht. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit hätten Umstellungen in der Bilanzierung und der angestrebte Gang an den Kapitalmarkt gehört. Vor dem Hintergrund der gesamten Situation und der Ziele der HSH Nordbank seien ihm Maßnahmen zur Risikoreduzierung und Bilanzentlastung geschäftspolitisch plausibel und mit Blick auf die Kapitalkennziffern, das Neugeschäft, das Rating und die Refinanzierung auch notwendig erschienen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " HSH-Nordbank-Prozess: Nonnenmacher knöpft sich Staatsanwälte vor"

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  • Die Einlassungen von dr. No. Sind in einem Punkt völlig unzureichend. BNP Paribas hätte sich 2007 NIEMALS ohne verpflichtende Erklärung auf eine Risiko Übernahme eingelassen. Die Behauptung er hätte von dem sideletter nichts gewusst ist daher völliger Blödsinn. Alles andere sind nebelkerzen.

  • In der FAZ vom 3.9. steht: „Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft auch Laien hätten die Risiken bei Omega 55 erkennen müssen, wie Nonnenmacher zurück“. Wenn die Staatsanwaltschaft jetzt nicht auf die Einlassungen von Dirk Nonnenmacher eingehen will, dann vielleicht auch wegen fehlender eigner Expertise von Staatsanwalt Wegerich.

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