HVB-Tochter verabschiedet sich von Sparkassen-Entlohnung: Bank Austria führt neuen Tarifvertrag ein

HVB-Tochter verabschiedet sich von Sparkassen-Entlohnung
Bank Austria führt neuen Tarifvertrag ein

Die Bank Austria-Creditanstalt (BA), die Wiener Tochter der Hypo-Vereinsbank (HVB), hat einen neuen Tarifvertrag für die rund 11 500 Mitarbeiter in Österreich präsentiert. Das neue Dienstrecht soll Anfang April in Kraft treten. Allerdings hat der Betriebsrat des BA-Konzerns noch nicht zugestimmt.

cbu MÜNCHEN.BA-Chef Erich Hampel sprach in Wien trotzdem von einer „guten, tragfähigen Lösung“. Der BA-Kurs lag gestern leicht im Minus bei über 73 Euro.

Die Betriebsratsvorsitzende Hedwig Fuhrmann sagte dagegen, es handele sich nicht um ein Zukunftsmodell, sondern es müsse weiter verhandelt werden. Streik sei aber vorläufig kein Thema, da einige Forderungen der Arbeitnehmer übernommen worden seien.

Durch den neuen Tarifvertrag erhofft sich der Konzern mittelfristig, dass der Kostenanstieg um mindestens 20 Mill. Euro im Jahr gebremst wird. Im Ergebnis führen die Wiener damit die Tarifbedingungen des privaten Bankgewerbes in Österreich für den gesamten Konzern ein. Derzeit gelten für einen Teil der Mitarbeiter noch die für diese günstigeren Bedingungen des Sparkassentarifs. Die BA war aus der Fusion der beiden privaten Banken Creditanstalt und Länderbank mit der Bank Austria, die aus dem Sparkassensektor kommt, entstanden. Aus diesen Zeit sind noch etwa 4 000 ehemalige BA-Mitarbeiter unkündbar. Der Betriebsrat wollte die Unkündbarkeit für weitere 2 000 Beschäftigte einführen, doch das Management hat sich bisher dagegen gewehrt.

BA-Vorstand und Betriebsrat streiten bereits seit einem Jahr. Im vergangenen Oktober war die Wiener Bank dann einseitig aus dem Sparkassenverband ausgetreten und in den privaten Bankenverband eingetreten. In dem Zusammenhang gibt es auch juristische Auseinandersetzungen. Noch in diesem Jahr soll der Oberste Gerichtshof darüber entscheiden. Hampel bedauerte, dass es bisher nicht zu einer Einigung mit den Arbeitnehmervertretern gekommen sei. Die Gehälter der Mitarbeiter blieben unangetastet, hieß es. Die künftigen Anpassungen sollen in einer Übergangsregelung an die Konditionen des privaten Bankgewerbes angeglichen werden. Außerdem wird das leistungsorientierte Entgeltsystem ausgebaut und die Arbeitszeit um eine auf 38 Stunden je Woche angehoben. Die BA, größter Ertragsbringer im HVB-Konzern, hat in den vergangenen fünf Jahren 30 Prozent der Stellen gestrichen. Bis Ende 2005 soll die Zahl um erneut 500 zurückgehen. In Osteuropa werden weitere 18 000 Mitarbeiter beschäftigt.

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