Hypo Alpe Adria
Hypo verkauft Balkan-Banken

Die österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria verkauft ihre Balkan-Töchter nun doch an den US-Finanzinvestor Advent und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung.
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WienDie österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria hat im zweiten Anlauf den Verkauf ihrer Osteuropa-Töchter unter Dach und Fach gebracht. Nach intensiven Verhandlungen sei der Verkauf an den US-Finanzinvestor Advent und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) besiegelt worden, teilte das österreichische Finanzministerium am Dienstag mit.

Der Mindest-Kaufpreis für die Banken in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro belaufe sich auf 50 Millionen Euro und werde mit dem Abschluss des Verkaufs fällig. Abhängig vom Jahresergebnis 2014 und 2015 könnten bis zu 150 Millionen Euro dazu kommen.

Österreich habe seine Position in der erst kürzlich neu aufgerollten Verkaufsrunde verbessern können, hieß es vom Finanzministerium. So sei die Haftungsobergrenze auf 1,7 Milliarden Euro von über zwei Milliarden Euro gesenkt worden. Darüber hinaus soll die Alpenrepublik an künftigen Verkaufsgewinnen beteiligt werden. Advent habe sich mit dem Angebot gegen zwei weitere Bieter durchgesetzt. Die Transaktion soll bis zum zweiten Quartal 2015 abgeschlossen werden, wenn die EU-Kommission und die zuständigen Behörden grünes Licht geben.

Der seit Monaten laufende Bieterprozess für die Hypo-Balkan-Töchter war im November vorerst geplatzt. Advent hatte bereits damals exklusive Kaufverhandlungen geführt, zu einer Vertragsunterzeichnung kam es jedoch nicht. Neben dem Advent-Konsortium hatte auch eine Bietergruppen um den bulgarischen Investor Denis Barekow und die russische Bank VTB sowie die russische Expobank Interesse an dem Südosteuropa-Geschäft der Hypo.

Die Hypo hatte sich mit ihrer Expansion auf dem Balkan verhoben und wurde 2009 verstaatlicht, weil die Kurzzeit-Mutter BayernLB kein Geld mehr in die marode Bank pumpen wollte. Seither liegt das Institut dem österreichischen Steuerzahler auf der Tasche. Grund für die Verluste der Bank waren auch wiederholte Abschreibungen in Zentral- und Osteuropa, wo das Institut hohe Vorsorgen für faule Kredite bilden musste.

Die Trennung von den Osteuropa-Banken ist die letzte große Hürde vor dem seit langem geplanten Start der Hypo-Abbaubank. In sie will der Eigentümer Österreich die unverkäuflichen Reste des Instituts einbringen - darunter milliardenschwere faule Kredite, die an Unternehmen auf dem Balkan vergeben wurden.

Dieses Abbauvehikel mit dem Namen Heta soll die Bank dann in den kommenden Jahrzehnten abwickeln. Österreichische Medien hatten zuletzt berichtet, dass mit dem Verkauf der Osteuropa-Töchter nun der Weg für eine Insolvenz der Heta frei sei.

Eine mit der Situation vertraute Person sagte jedoch zu Reuters, dass eine Insolvenz kein Thema sei. „Das wird nicht diskutiert derzeit“, sagte die Person.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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