Hypo Alpe Adria
Kärnten erwägt Rückkauf von Haftungen für Krisenbank Heta

Elf Milliarden Euro: So viel verlangen die Gläubiger der Hypo Alpe Adria vom Bundesland Kärnten in Österreich. Als Ex-Eigentümerin haftet Kärnten für die Krisenbank. Doch die Landesregierung will einen Schuldenschnitt.
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WienIm Ringen um die milliardenschweren Haftungen Kärntens für die ehemalige Krisenbank Hypo Alpe Adria bringt das Bundesland nun einen Rückkauf der Garantien ins Spiel. Kärnten verhandle seit eineinhalb Monaten mit den Gläubigern des Instituts und diskutiere verschiedene Lösungsansätze, sagte Kärntens Landeshauptmann (Ministerpräsident) Peter Kaiser dem „Wirtschaftsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Eine Möglichkeit wäre auch, dass sich das Land Kärnten in den Verhandlungen mit den Gläubigern darauf einigt, den Haftungstitel um einen Betrag X abzulösen“, sagte Kaiser. Sein Sprecher sagte, Kaiser beziehe sich damit auf den Rückkauf von Haftungen und nicht auf den Kauf von Hypo-Anleihen, die mit Haftungen besichert sind. Details – auch zum Umfang des geplanten Schuldenschnitts – nannte Kaiser nicht.

Die Hypo Alpe Adria hatte sich mit einer massiven Expansion am Balkan verspekuliert und musste mehrmals mit Staatshilfen von über fünf Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden. Nun will Österreich jedoch kein Geld mehr in die Bank stecken und stattdessen deren Gläubiger – vor allem deutsche Banken und Versicherungen – zur Kasse bitten. Gelingen soll das mit einem Schuldenschnitt – die Investoren sollen also nur mehr einen Teil ihres Geldes zurückbekommen, das sie in Hypo-Anleihen investiert haben. Kompliziert wird die Sache dadurch, das Kärnten als frühere Eigentümerin der Bank für die Rückzahlung der Anleihen garantiert.

Diese Haftungen haben Kaiser zufolge ein Volumen von fast elf Milliarden Euro – eine Summe, die Kärnten mit einem Jahresbudget von rund zwei Milliarden Euro nicht stemmen kann. Daher versucht das Bundesland in Verhandlungen mit den Gläubigern, dieses Damoklesschwert zu beseitigen. Zur Diskussion stehe dabei auch ein „Kärntner Landesgesetz mit einer Haftungsbeschränkung, bei dem wir sagen, bis zu diesem Betrag können wir eine Quote anbieten und darüber nicht“, sagte Kaiser dem Blatt. „Wichtig ist nur, dass alle Gläubiger gleich behandelt werden.“

Zunächst müsse jedoch feststehen, wieviel Geld für die Gläubiger aus der ehemaligen Hypo noch zu holen sei. Sie trägt als staatliche Bad Bank mittlerweile den Namen Heta. Derzeit prüfen die Finanzaufseher, wie groß die Kapitallücke bei dem Institut ist, die die Investoren mit einem Verzicht auf einen Teil ihrer Forderungen stopfen sollen. Spätestens bis zum kommenden Frühjahr soll die Höhe des Schuldenschnitts dann feststehen. So lange hat Österreich die Rückzahlung sämtlicher Hypo-Schulden gestoppt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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