Hypo Alpe Adria
Krisenbank könnte Österreich Milliarden kosten

Der Umbau der angeschlagenen Hypo Alpe Adria könnte teuer für Österreich werden. Hypo-Chefkontrolleur Ditz schätzt die Sanierungskosten auf mindestens fünf Milliarden Euro. Es könnte sogar noch mehr werden.
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WienDie Sanierung der Krisenbank Hypo Alpe Adria könnte den österreichischen Staat nach Einschätzung von Hypo-Aufsichtsratschef Johannes Ditz insgesamt knapp fünf Milliarden Euro kosten. Im laufenden Jahr benötige die Bank nach den bereits geflossenen 2,2 Milliarden voraussichtlich 700 Millionen bis eine Milliarde Euro, sagte Ditz am Mittwoch im ORF Radio. "Der zweite Punkt ist die langfristige Belastung durch die Hypo. Es kommt ganz entscheidend darauf an, wie man die nächsten Schritte setzt, wie man die Bewertungen setzt. Ich bin überzeugt, dann wird der Betrag insgesamt unter den fünf Milliarden liegen, die immer als Minimum genannt werden."

Die durch die strengeren Kapitalregeln nötigen Staatshilfen für das laufende Jahr hat Finanzministerin Maria Fekter bereits weitgehend in ihrem Budget berücksichtigt. Wie viel Geld der Staat darüber hinaus noch in das marode Geldhaus stecken muss, hängt maßgeblich von den Verhandlungen über einen Sanierungsplan mit der EU-Kommission ab. Bis Freitag muss Österreich eine überarbeitete Version des bisherigen Plans nach Brüssel schicken.

Die EU dringt im Gegenzug für die milliardenschweren Staatshilfen auf einen raschen Verkauf der drei operativen Hypo-Töchter in Österreich, Südosteuropa und Italien. Der Staat Österreich will sich damit aber mehr Zeit lassen und hofft, so einen höheren Preis erzielen zu können. Das gilt vor allem für das Südosteuropa-Geschäft der Bank.

Der Verkauf der Österreich-Tochter befindet sich bereits auf der Zielgerade: Das Institut soll einem Zeitungsbericht zufolge für 65 Millionen Euro an die indische Finanzgruppe Srei gehen. Das ist deutlich weniger als der Buchwert. "Dass wir in dieser Situation unter dem Buchwert verkaufen müssen, ist richtig", sagte Ditz. Schuld daran sei auch die öffentliche Diskussion, die der Bank schade. Das ebenfalls zum Verkauf stehende Italien-Geschäft der Hypo gilt derzeit als nicht verkaufbar.

Umstritten ist die Gründung einer Bad Bank, in die die Hypo und möglicherweise auch andere Institute ihre Problempapiere auslagern und so eine raschere Sanierung in Angriff nehmen könnten. Während die Bank selbst eine solche Lösung bevorzugt, hatte sich Fekter zuletzt dagegen ausgesprochen.

Aufsichtsratschef Ditz versuchte, Gerüchten über seinen bevorstehenden Abgang aus dem Kontrollgremium der Bank entgegenzutreten. "Ich bin überhaupt nicht amtsmüde", sagte er. Allerdings sei es in seiner Funktion wichtig, das Vertrauen der Regierung zu haben. "Wenn man das nicht mehr hat, dann ist es sicher besser, dass ein anderer diese Position übernimmt."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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