Hypo Alpe Adria
US-Investor will Bad Bank für einen Euro kaufen

Österreich hat die nicht lebensfähigen Teile der Hypo Alpe Adria in eine Bad Bank abgespalten. Dort sollen sie über die Jahre abgebaut werden. Ein US-Investor sorgt mit einem ungewöhnlichen Angebot für Wirbel.
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WienEin nahezu unbekannter US-Investor hat mit einem ungewöhnlichen Angebot für die Abbaubank der österreichischen Hypo Alpe Adria für Wirbel gesorgt. Ein Konsortium rund um die US-Firma Excellere Capital Group will die staatliche Abwicklungsgesellschaft Heta für den symbolischen Preis von einem Euro kaufen. „Wir haben das Angebot am 30. Dezember per Mail an das Finanzministerium geschickt“, sagte der slowenische Excellere-Partner Leon Grabensek am Mittwoch in Wien. Eine Sprecherin des Ministers wies dies aber erneut zurück. „Uns liegt kein Angebot vor“, sagte sie zur Nachrichtenagentur Reuters. Wenn es eines gäbe, würde man es natürlich prüfen.

Die US-Firma mit Sitz in Texas, die in der Finanzbranche ein nahezu unbeschriebenes Blatt ist, ist nach eigenen Angaben auf Investmentbanking-Geschäfte im Öl- und Gassektor und in der Immobilienbranche spezialisiert. Die Gesellschaft präsentierte ihr Angebot als „win-win-Lösung“ für alle. Weder der Eigentümer Österreich noch die Bayern müssten Verluste fürchten. Die Heta-Gläubiger müssten jedoch einem Schuldentausch mit deutlich verlängerten Laufzeiten zustimmen.

Österreich und Bayern sowie deren Banken Hypo Alpe Adria und BayernLB ringen in mehreren Gerichtsprozessen um die Lastenverteilung aus dem Hypo-Desaster. Österreich hatte die nicht lebensfähigen Teile der ehemaligen BayernLB-Tochter im Herbst in eine Bad Bank unter dem Namen Heta abgespalten.

Dort sollen sie nun über die Jahre abgebaut werden. Die Bilanzsumme der Bank beläuft sich auf 18 Milliarden Euro. Ob das so kommt, ist jedoch offen: Denn in Österreich leben immer wieder Planspiele über eine Beteiligung der Gläubiger an der teuren Abwicklung der Krisenbank auf - bis hin zu einer Insolvenz.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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