Hypo-Vereinsbank-Mutter
Unicredit streicht jede fünfte Stelle in Deutschland

Die italienische Großbank Unicredit will insgesamt 14.000 Stellen streichen, bleibt der Tochter Hypo-Vereinsbank aber treu. Frische Aktien sollen Milliarden an Kapital bringen – und der Aktienkurs aufgehübscht werden.
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MailandDie angeschlagene Unicredit baut radikal um: Die italienische Großbank will bei Investoren 13 Milliarden Euro einsammeln und damit ihre dünne Kapitaldecke aufpolstern. Der neue Vorstandschef Jean-Pierre Mustier will mit dem frischen Geld den Umbau der Muttergesellschaft der Münchner Hypo-Vereinsbank (HVB) finanzieren und Risiken aus der Bilanz nehmen.

Die Kosten sollen um 1,7 Milliarden Euro sinken. 1,1 Milliarden soll allein der Abbau von 14.000 Stellen bringen, das sind 6.500 mehr als erwartet. In Deutschland sollen zusätzlich 1500 Stellen wegfallen – das entspricht dann mit einem vorherigen Abbauprogramm insgesamt jedem fünften Arbeitsplatz. Einen Verkauf der deutschen Tochter schloss Mustier allerdings aus: Die HVB sei eine „strategische Beteiligung“.

Am Kapitalmarkt wurden die Pläne positiv aufgenommen. Die Aktie drehte rasch ins Plus und stieg am Vormittag um mehr als sieben Prozent auf 2,60 Euro. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 12. Januar in Rom sollen zehn bisherige Aktien zu einem Anteilsschein zusammengefasst werden – damit verzehnfacht sich der Kurs und die Kapitalerhöhung fällt dann optisch nicht so sehr ins Gewicht.

Vom Stellenabbau dürfte in Deutschland vor allem das Investmentbanking betroffen sein, das konzernweit mit dem Firmenkundengeschäft verzahnt werden soll. 3.900 Arbeitsplätze sollen im Heimatland Italien wegfallen, 800 Filialen in dem Land geschlossen werden. Weitere Filialschließungen in Deutschland – hier hatte die HVB bereits mehr als 200 Geschäftsstellen zugemacht – werde es nicht geben, so Unicredit-Manager Gianni Papa.

Der französische Firmenchef Mustier will die Führungsstrukturen deutlich straffen. Insgesamt kostet der Konzernumbau 12,2 Milliarden Euro, 8,1 Milliarden Euro schreibt Unicredit im vierten Quartal allein auf faule Kredite ab.

„Wir gehen unsere Altlasten konsequent an, um die Qualität der Bilanz deutlich zu verbessern und die Basis für nachhaltige Gewinne zu schaffen“, erklärte Mustier. Um die Risiken zu senken, verkauft die Bank faule Kredite im Umfang von 17,7 Milliarden Euro an die Allianz -Fondsgesellschaft Pimco und den US-Finanzinvestor Fortress. Sie stammen aus den Jahren vor 2011.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Die Polen haben noch eher das Problem, dass unsere europ. Super-Elitebanker ihnen einen Haufen zinsgünstige Schweizer Frankenkredite ganz "risikolos" reingedrückt haben... Jetzt fragt man sich, wie man das überhaupt zurückzahlen kann. Aber so etwas hat ja bei der Hypovereinsbank schon Tradition. Die haben ihren Kunden schon überteuerte Immobilien in Ostdeutschland wissentlich untergejubelt, wenn es darum ging, die Miesen aus den Bilanzen zu bringen...

  • Jetzt wird erstmal ordentlich entkernt und danach gucken wir, ob noch ein Kern da ist ;-)... großartig. Sicher, dass es die Polen und nicht die Russen sind? Und das an dem Tag, an dem die Corrupte Demokratische Union ankündigt, alles, was sie als "Fake-News" empfindet, härter bestrafen zu wollen. Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude ^^.

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