Hypotheken-Portfolio
Commerzbank startet Ausverkauf der Eurohypo

Die Commerzbank will die Milliarden-Altlasten der Eurohypo loswerden. Für das britische Hypotheken-Portfolio gibt es offenbar schon etliche Interessenten. Es könnte einer der größten Deals seit der Finanzkrise werden.
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Frankfurt/LondonDer große Ausverkauf der Commerzbank -Problemtochter Eurohypo beginnt in London: Dort stellt Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus Finanzkreisen zufolge gerade ein Paket an Immobilienkrediten im Volumen von 5,7 Milliarden Euro (fünf Milliarden Pfund) ins Schaufenster.

Zu den Interessenten zählten neben den Finanzinvestoren Blackstone, Lone Star und Starwood Capital auch einige Banken, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Der Verkaufsprozess werde von Barclays gesteuert. Kommt er zum Abschluss, wäre es einer der größten Deals seit der Finanzkrise. Die Commerzbank hüllte sich dazu in Schweigen, die genannten Bieter ebenso.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Mit einem Plus von mehr als drei Prozent war die Commerzbank-Aktie unangefochtener Spitzenreiter im Dax.

Die Zuversicht der Anleger lässt sich leicht erklären: Erst wenn die Commerzbank die milliardenschweren Altlasten der Eurohypo - inzwischen umbenannt in Hypothekenbank Frankfurt - los ist, kann sie die Sanierung abschließen und wieder nachhaltige Gewinne einfahren. Denn seit der Finanzkrise brockte der Immobilien- und Staatsfinanzierer der Commerzbank immer neue Verluste und Abschreibungen auf faule Kredite und riskante Staatsanleihen ein.

Inzwischen ist die Abwicklung der früheren Eurohypo zwar beschlossen, nachdem sich der von der EU ursprünglich geforderte Verkauf als unmöglich erwiesen hatte. Die ungeliebte Tochter wurde in die konzerneigene "Bad Bank" geschoben, wo die Portfolios über die Zeit vorzugsweise über Fälligkeiten abgebaut werden sollen. Doch das dauert bei Hypothekendarlehen besonders lange. Gelänge der Verkauf des britischen Portfolios, würde das die Aufräumarbeiten erheblich beschleunigen.

Blackstone und Lone Star sind Private-Equity-Häuser, die auf Immobilien-Investments spezialisiert sind. Sie hatten zuletzt viel Geld bei Investoren eingesammelt und sind weltweit auf Einkaufstour. Wie die Insider berichteten, ist aber nicht klar, ob die Interessenten jeweils für das gesamte Eurohypo-Paket in Großbritannien bieten oder nur für Teile davon.

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  • die meisten anschlußfinanzierungen im europäischen immobilien großkundengeschäft werden aus der not heraus getätigt,da keine wettbewerber in die tollen geschäfte einsteigen wollen und die ausreichende banken bilanziell keine weitere abschreibungen mehr vertragen.

    die commerzbank beginnt den ausverkauf,da ansonsten die eu zu weiterer staatsknetehilfe die zustimmung verweigert und den blessing samt seinem bauchladen versenkt und abwickelt

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