Hypothekenbank Frankfurt
Commerzbank wickelt Eurohypo 2016 ab

Die Commerzbank will das Kapitel Bad Bank schließen, ohne sich neuen Ärger ins Haus zu holen. Die Commerzbank wird die Tochter Hypothekenbank Frankfurt wohl im übernächsten Jahr abwickeln, ohne die Mitarbeiter zu halten.
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Die Commerzbank will ihre Immobilien-Tochter Hypothekenbank Frankfurt 2016 endgültig abwickeln, wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr (Freitagsausgabe). Das Restgeschäft der früheren Eurohypo soll dann auf die Bücher der Commerzbank genommen werden, die derzeit etwa 600 Mitarbeiter des Instituts sollen in eine Service- und Beschäftigungsgesellschaft wechseln, wo sie Abfindungsangebote bekommen werden, sagten Insider. Der Commerzbank sei es gelungen, einen Weg zu finden, wie sie die Vermögenswerte der Eurohypo übernehmen könne, ohne auch die Mitarbeiter aufnehmen zu müssen. Dies sei ein wichtiger Punkt gewesen, um Konflikte mit dem Commerzbank-Betriebsrat zu vermeiden. Derzeit baut die Commerzbank mehr als 5200 Stellen ab.

Die Commerzbank hat bereits damit begonnen, die Staatsanleihen schrittweise in die Finanzreserven des Konzerns (Treasury) umzubuchen.

„Man kommt mit dem Abbau der Bestände in der Bad Bank schneller voran als gedacht“, sagte einer der Insider. „Da kann man den Rest bald wieder in die Kernbank integrieren.“ Endgültig entschieden sei aber nichts, die Gespräche seien gerade erst angelaufen. Im Aufsichtsrat sei das Thema noch nicht behandelt worden, berichtete ein anderer Insider.

Die Commerzbank wollte auf Anfrage „keinen Kommentar zu laufenden Verhandlungen mit Gremien“ abgeben.

Den Beschluss für die Abwicklung der Eurohypo hatte die Commerzbank 2012 gefasst. Seither ist das Kreditbuch der Eurohypo schon beträchtlich geschrumpft. Das stellt die Bank vor neue Probleme: Je schneller die Immobilien-Tochter Eurohypo schrumpft, desto weniger Zinsen nimmt das Institut mit den verbleibenden Krediten ein. Die teure Bank-Infrastruktur ist aber geblieben.

Die milliardenschweren Bestände der Eurohypo sind seit der Finanzkrise ein Klotz am Bein der Commerzbank. Grund waren hohe Verluste in Südeuropa. 2012 hatte Vorstandschef Martin Blessing beschlossen, die defizitäre Tochter abzuwickeln, nachdem sich der von der EU geforderte Verkauf als unmöglich erwiesen hatte. Seither lagen die Eurohypo-Bestände in der „Bad Bank“ NCA (Non-core Assets), wo die Mitarbeiter an ihrer Abwicklung arbeiteten.

Zuletzt ließen sich große Hypotheken-Portfolios wieder recht gut verkaufen, etwa in Spanien und Großbritannien. Das Portfolio an gewerblichen Immobilienfinanzierungen hatte Ende September noch ein Volumen von 23 Milliarden Euro, die Staatsanleihen von 53 Milliarden. Hinzu kommen 13 Milliarden Euro Schiffskredite.

Die schnellen Fortschritte in der „Bad Bank“ verleihen der Commerzbank von Quartal zu Quartal mehr Rückenwind. Die Bank hofft, auch im kommenden Jahr noch einiges abstoßen zu können.

Mit Reuters

Kommentare zu " Hypothekenbank Frankfurt: Commerzbank wickelt Eurohypo 2016 ab"

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  • Das sehe ich auch so.

    Was die Eon in einem anderen Markt machen will, an dem Beispiel orientiert sich scheinbar auch die Commerzbank.

    M.E. hängt das alles damit zusammen, dass die Politiker für nichts verantwortlich sind. Man kann auch schreiben, von verantwortungslosen Politikern eingesteuert.

    Das was sich politisch abspielt ist einfach durch nichts mehr zu rechtfertigen. Ganz gleich ob wir über Berlin oder Brüssel reden.

    Aufbauen können sie alle nicht, aber Bevölkerung in wirtschaftliche Not bringen - ich denke an die EU-Sanktionen gegen Russland -, dazu sind sie noch zu gebrauchen.

    Derzeit ist Politik einfach nur noch widerlich.

  • >> Commerzbank stößt Bad Bank ab >>

    Und wohin stößt die Kommerzbank die toxischen Derivate in Billionenhöhe dieser Bad Bank ab ?

    Hat der Staat auf Steuerzahlerkosten die Giftpapiere schon verschwinden lassen ?

    Unfassbar, wie man hier verschaukelt wird !

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