Hypothekenbelastung
Wells Fargo fürchtet weitere Milliardenverluste

Die viertgrößte US-Bank Wells Fargo stellt sich auf weitere Belastungen ein. Vor allem im Hypothekengeschäft. Noch immer spürt das Institut die Folgen der Finanzkrise.
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CharlotteDas Milliarden-Hilfspaket für US-Hausbesitzer belastet die Großbank Wells Fargo stärker als bislang bekannt. Der Wert der betroffenen Immobilienkredite sinkt aktuellen Berechnungen zufolge um bis zu 1,7 Milliarden Dollar - und damit um rund eine Milliarde Dollar mehr als Wells Fargo bislang kalkuliert hatte.

Die Bank rechnet jetzt damit, dass bis zu 40.000 Kunden mit einem Kreditvolumen von insgesamt bis zu 8 Milliarden Dollar (rund 6,4 Milliarden Euro) an dem Programm teilnehmen wollen. Das wären doppelt so viele wie zuletzt geplant. Dies geht aus der am Dienstagabend in New York veröffentlichten Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Wells Fargo und vier weitere Großbanken hatten sich im Februar mit der US-Regierung auf ein Paket geeinigt, mit dem US-Hausbesitzern geholfen werden soll. Die Raten für die Kreditnehmer sollen sinken, die Refinanzierung soll einfacher werden und bei nicht mehr vermeidbaren Zwangsvollstreckungen soll eine Entschädigung gezahlt werden. Die Regierung und die Banken bezifferten den Wert des vereinbarten Pakets auf insgesamt 25 Milliarden Dollar. Dies ist der größte Vergleich zwischen Unternehmen und dem Staat in der Geschichte der USA.

Hintergrund des Milliardenpakets ist der Einbruch auf dem US-Häusermarkt ab dem Jahr 2007 und die kurze Zeit später einsetzende Wirtschaftskrise. Viele Schuldner konnten plötzlich ihre Raten nicht mehr zahlen, wobei den Banken eine Mitschuld angelastet wird. Anstatt bei der Refinanzierung zu helfen, ließen die Banken in vielen Fällen die Häuser säumiger Zahler einfach pfänden - wie sich später herausstellte oft ohne ausreichende Prüfung und mit falschen Papieren. Die Kreditinstitute, die hinter dem Vergleich stehen, sind die Bank of America, JPMorgan, Wells Fargo, die Citigroup und Ally Financial.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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