Hypothekenkonzern
Freddie Mac braucht Steuergelder für Staatsdividende

Finanzkrise paradox: Der verstaatliche Hypothekenfinanzierer Freddie Mac muss Finanzhilfen von der US-Regierung beantragen, um eine Dividende an der Staat zu bezahlen. Dabei geht es um 19 Millionen Dollar Steuergelder.
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WashingtonDer in der Finanzkrise verstaatlichte US-Hypothekenkonzern Freddie Mac hat bei der Regierung in Washington weitere Geldspritzen beantragt - um eine Dividende an den Staat zahlen zu können. Das Unternehmen benötigt nach Angaben vom Donnerstag weitere 19 Millionen Dollar aus Steuergeldern, weil der im Quartal erzielte Gewinn nicht für fällige Zahlungen an den staatlichen Haupteigner ausreicht.

Der Hypothekenriese muss als Gegenleistung für die Staatshilfen einen bestimmten Dividendenanteil je Vorzugsaktie an die Regierung überweisen. Seit der Rettung des Konzerns im September 2008 hat Freddie Mac insgesamt 72,3 Milliarden Dollar vom Staat bekommen und 18,3 Milliarden als Dividende an das US-Finanzministerium ausgezahlt.

Freddie Mac fuhr im ersten Quartal einen Nettogewinn von 577 Millionen Dollar ein. Dieser fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (676 Millionen Dollar) geringer aus, weil Verluste aus Derivatgeschäften in Milliardenhöhe zu Buche schlugen. Im direkt vorangegangenen Quartal hatte Freddie Mac noch 146 Millionen Dollar Hilfen beantragt. Diese waren allein dafür nötig, um den Konzern über Wasser zu halten.

Freddie Mac und die größere Konzernschwester Fannie Mae stehen hinter rund 60 Prozent der US-Immobilienkredite. Mit dem Platzen der Blase am Häusermarkt waren die beiden ins Straucheln geraten und wurden 2008 faktisch unter staatliche Kontrolle gestellt. Die Quartalszahlen von Fannie Mae stehen noch aus.

„Die Steuerzahler bezahlen Fannie und Freddie, damit Fannie und Freddie die Steuerzahler bezahlen können“, urteilte Jim Vogel, Zinsstratege bei FTN Financial. „Das ist ein Kreislauf.“ Sowohl die Republikaner als auch die Demokraten im US-Kongress befürworten eine Abwicklung der Konzerne. Dies dürfte aber noch Jahre dauern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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