Hypovereinsbank
„Ausbalanciert und robust“

Die Hypovereinsbank stellte am Freitag ihre Halbjahreszahlen wie immer ohne viel Tamtam ins Netz. Dabei wäre gerade diesmal mehr Spektakel angemessen gewesen. Die Unicredit-Tochter hat schließlich richtig gut verdient.
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Gute Zahlen für die Münchener Hypovereinsbank (HVB) waren schon vor einer Woche zu erwarten. Da verkündete die italienische Mutter Unicredit ein überraschend gutes Ergebnis für das erste Halbjahr. Sehr zufrieden zeigte sich dabei Vorstandschef Jean-Pierre Mustier: „Der Motor läuft wie geschmiert“, nahm er unfreiwillig Anleihen bei der Autoindustrie, wo es im Moment wegen vieler Skandale indes gar nicht wie geschmiert läuft. Mustier kündigte eine Dividendenzahlung an – die erste seit fünf Jahren. Bei den Anlegern kam das gut an: Die Unicredit-Aktie kletterte an diesem heißen Tag Anfang August an der Mailänder Börse um fast fünf Prozent.
Weitaus unspektakulärer war hingegen die Präsentation der deutschen Tochter. Die Hypovereinsbank stellte ihren Halbjahresbericht einfach am Freitag zur Mittagszeit ins Netz. Dabei hätte das, was dort zu lesen war, durchaus mehr öffentliches Tamtam verdient. Die HVB macht das jedoch immer so, insofern geht man auch in jetzt wieder guten Zeiten diesen Weg.

Wesentliche Erkenntnis ist, dass die Münchener im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar nach sechs Monaten eine geringere Bilanzsumme ausweisen als damals, dafür aber deutlich mehr Geld verdient haben. Das operative Ergebnis stieg so um fast 55 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro, während die Bilanzsumme um etwa 2,5 Prozent auf 294,6 Milliarden Euro fiel. Aufgrund des „ausbalancierten und robusten Geschäftsmodells“ sei das zustande gekommen, heißt es dazu im Geschäftsbericht nur. Auch wenn das Marktumfeld weiterhin „anspruchsvoll“ sei.

Wer in die einzelnen Geschäftsbereiche geht, sieht schnell, wo der tatsächliche Treiber dieser Entwicklung war. Denn während im gewöhnlichen Geschäft mit Privatkunden und Firmenkunden das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 224 Millionen auf 194 Millionen Euro sank, stieg es im Investmentbanking von 260 Millionen auf 552 Millionen Euro auf mehr als das Doppelte.

Mit dem anspruchsvollen Umfeld meinen die Verantwortlichen bei der HVB um Vorstandschef Theodor Weimer das mittlerweile seit sieben Jahren anhaltende Niedrigzinsumfeld. Das wirkte sich erneut negativ auf die Zinserträge aus. Sie sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 12 Prozent auf 1,865 Milliarden Euro.

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Wie die Mutter, so die Tochter

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