ICE gibt kein Angebot ab
Amerikaner machen Weg für Börsenhochzeit frei

Der US-Börsenbetreiber ICE wird doch kein Angebot für die London Stock Exchange abgeben. Die Amerikaner hatten der Deutschen Börse den Weg versperren wollen, die eine Offerte für die LSE abgegeben hat.

Der Betreiber der New York Stock Exchange, ICE, will doch nicht die Londoner Börse (LSE) übernehmen. Nach Prüfung der Bücher habe man sich entschlossen, von dem eigentlich geplanten Angebot Abstand zu nehmen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit muss die Deutsche Börse die Amerikaner nicht mehr als Rivalen im Streit um die LSE fürchten.

Die Aktien der Deutschen Börse zogen nach der Mitteilung deutlich an und notierten gut drei Prozent höher. LSE-Papiere brachen um fast sieben Prozent ein. Die ICE hatte Anfang März erklärt, ein Gegenangebot für die LSE zu prüfen. Eine ICE-Offerte galt neben der Zustimmung der Aufsichtsbehörden als größte Hürde für den rund 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss von Deutscher Börse und LSE. Aus Sicht von Bankern ist es jedoch nicht ausgeschlossen, dass noch ein anderer Konkurrent seinen Hut in den Ring wirft – etwa die Chicago Mercantile Exchange (CME).

Die Deutsche Börse will mit der London Stock Exchange fusionieren und einen dominierenden Marktplatz in Europa schaffen. Nach den Worten von Vorstandschef Carsten Kengeter war die Deutsche Börse mit ihrem Plan zur Fusion mit der London Stock Exchange Group trotz der Unsicherheiten über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union vorgeprescht, um der möglichen Offerte eines Wettbewerbers aus den USA zuvorzukommen.

„Es ist vielen bekannt, dass die London Stock Exchange das Interesse aus Amerika erweckt hat“, sagte Kengeter am Dienstagabend bei einer Diskussionsveranstaltung in Frankfurt. „Dieses Interesse hätte sich in kurzer Zeit konkretisiert. Ein Warten war für uns deshalb nicht möglich, obwohl es uns sicherlich viele Fragen erspart hätte.“

Der Zusammenschluss von LSE und Deutscher Börse sei sinnvoll, unabhängig vom Ausgang des Referendums in Großbritannien über die EU-Mitgliedschaft am 23. Juni, so Kengeter.

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