IFD
Lobbygruppe löst sich auf

Die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) wird aufgelöst. Das will das Führungsgremium bei seiner Sitzung am 1. April beschließen. Damit verliert die deutsche Finanzbranche hat ein wichtiges Sprachrohr.
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FrankfurtDie deutsche Finanzbranche hat bald ein Sprachrohr weniger. Die Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) wird aufgelöst, heißt es in Finanzkreisen. Das wolle das Führungsgremium bei seiner Sitzung am 1. April beschließen. Die Initiative war 2003 unter anderem von Banken, Versicherern und der Deutschen Börse gegründet worden und bezeichnet sich selbst als „größte und umfassendste Initiative der deutschen Finanzwirtschaft“.

Die Lobbygruppe entwickelte Positionspapiere zu Themen wie Finanzmarktregulierung oder Verbraucherschutz und trug die Meinung der Institute in Berlin und Brüssel vor. Die Initiative sah sich auch als „Dialogplattform“ für weniger politische Themen, beriet etwa Mittelständler bei der Finanzierung. Rund 250 Mitarbeiter waren zeitweise für die IFD tätig.

Schon seit längerem wurde diskutiert, ob man die Lobby-Kapazitäten der Branche nicht besser bündeln könne. Schließlich gibt es noch den Zentralen Kreditausschuss (ZKA), in dem die Verbände der Privat- und Genossenschaftsbanken und der Sparkassen versammelt sind.

Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis, der seit kurzem die Führung der IFD verantwortet, überraschte seine Branchenkollegen unlängst mit dem Vorstoß, alle bisherigen Doppelarbeiten künftig nur noch dem ZKA übertragen zu wollen. Nur noch wenige Aufgaben wie den jährlichen Finanzstandortbericht oder die Verleihung eines Medienpreises sollten der IFD erhalten bleiben. Der unabgestimmte Vorstoß sorgte zunächst für Unmut im Lager der Privat- und Genossenschaftsbanken, heißt es in Finanzkreisen. Nun hätten die Institute aber gar für die komplette Auflösung der Initiative gestimmt, da sie in einer derart zusammengeschrumpften und kaum noch gewollten Initiative keinen Sinn mehr sähen.

Schon seit einigen Monaten gab es Auflösungserscheinungen bei der IFD. Im vergangenen Herbst waren mit der Münchener Rück und dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GdV) zwei wichtige Vertreter der Versicherungsbranche aus der Initiative ausgetreten – wohl auch deshalb, weil vor allem die Belange der Banken vertreten wurden. Spätestens mit dem weitgehenden Verlust der Versicherungsbranche drängte sich die Frage nach der Parallelstruktur zum ZKA auf.

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