Illegale Geschäfte in den USA
Commerzbank droht Millionenstrafe

Nach der Rekordstrafe für BNP wollen die USA nun offenbar einen Vergleich mit der Commerzbank schließen. Wieder geht es um illegale Geschäfte mit Iran und Sudan. Ein Vergleich wäre ein Fingerzeig für die Deutsche Bank.
  • 8

New YorkEs ist nicht einmal eine Woche her, da sorgte eine Milliardenstrafe für BNP Paribas für einen handfesten diplomatischen Streit zwischen Frankreich und den USA. Nun rückt eine deutsche Bank in den Fokus der US-Behörden. Nach einem Bericht der „New York Times“ verhandelt die Commerzbank in den USA über einen Vergleich, der zusätzlich eine Strafe von mindestens 500 Millionen Dollar vorsehen könnte.

Wie die BNP Paribas soll Deutschlands zweitgrößte Bank illegale Geschäfte mit Ländern getätigt haben, die auf der schwarzen Liste der Amerikaner stehen. Für die Franzosen hatten diese Geschäfte schwerwiegende Folgen. Erst in der vergangenen Woche wurden sie zu einer Strafzahlung von 8,9 Milliarden Dollar verdonnert.

Auch die US-Tochter der Commerzbank soll verbotene Geschäfte mit dem Iran und dem Sudan gemacht haben, heißt es in dem Bericht. Eine Einigung könnte es schon in diesem Sommer geben, die Strafe dürfte allerdings deutlich geringer ausfallen als bei den Franzosen. Denn im Gegensatz zu BNP Paribas soll die Commerzbank nicht versucht haben, die Verbote zu umgehen und habe auch bereitwillig zur Aufklärung beigetragen.

Insgesamt hat die Bank, die sich als größter Finanzier des international ausgerichteten deutschen Mittelstands sieht, für Rechtsstreitigkeiten 934 Millionen Euro Rückstellungen gebildet.

Auch für die Deutsche Bank ist die Vergleich zwischen USA und Commerzbank von Bedeutung: Denn die Strafe für das zweitgrößte deutsche Geldinstitut dürfte ein Gradmesser für die Strafe sein, die auch der Deutschen Bank in den USA noch bevorsteht.

Seite 1:

Commerzbank droht Millionenstrafe

Seite 2:

Brisanz durch Beteiligung der Bundesrepublik

Kommentare zu " Illegale Geschäfte in den USA: Commerzbank droht Millionenstrafe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Gut beschrieben! Weiter so.

    Weg mit den USA - dies sind jedenfalls nicht unsere Freunde! Freunde behandeln sich untereinander mit Respekt, so im Verhältnis zwischen Russland und Deutschland, und bauen keine Über- und Unterordnungs-Systeme auf!

  • Nun ja, es geht ja um die US-Tochter der Commerzbank. Diese muss sich natürlich auch an die US-Regeln halten (wie dümmlich auch immer diese sein mögen).

    Eine andere Frage ist, ob man nicht einfach diese US-Tochter mit der Strafzahlung in die Insolvenz gehen lassen kann auf dass Uncle Sam in die Röhre guckt.

  • Zumindest im Falle Kuba geht es darum den Markt für eigene Geschäfte freizuhalten/zu reservieren. Wer einmal die Wirtschaftsmesse FIHAV in Havanna besucht wird feststellen, dass der größte Anteil der Aussteller aus den USA kommt.Dieses Embargo istein Witz. Für mich ist es immer wieder ertaunlich, wie wenig Courage die Regierungen der Länder in den die gemaßregelten gemaßregelten Unternehmen beheimatet sind, haben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%