Im Libor-Skandal Sparkassen-Chef wettert gegen Straffreiheit

Der Präsident des Sparkassenverbands lehnt eine Straffreiheit für europäische Banken ab, die in den Skandal um die Manipulation wichtiger Leitzinsen verwickelt waren. Dies setze falsche Signale, so Fahrenschon.
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Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) lehnt eine Straffreiheit für Banken ab. Quelle: dapd

Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) lehnt eine Straffreiheit für Banken ab.

(Foto: dapd)

BerlinIm Skandal um Zinsmanipulationen haben sich die deutschen Sparkassen gegen eine Straffreiheit für Banken in der Europäischen Union ausgesprochen. „Die EU setzt falsche Signale, wenn sie dies mit einer Art Ablasshandel beendet“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Hier steht der Vorwurf kriminellen Verhaltens im Raum.“

Mit solchen Manipulationen werde durch wenige Großbanken das Vertrauen in die Finanzwirtschaft insgesamt erheblich beschädigt. Nachteile für viele Tausend Vertragspartner würden bewusst in Kauf genommen. „Das ist kein Kavaliersdelikt“, sagte Fahrenschon. Andere Meldeverfahren in der Zukunft seien ohnehin eine Selbstverständlichkeit und kein Zugeständnis der betroffenen Banken.

Die EU-Kommission strebt nach Medienberichten einen Gesamtvergleich mit allen betroffenen Banken an - mit Auflagen, dann aber ohne Strafzahlungen. Im Rahmen der Vergleiche wird den Angaben zufolge Banken Straffreiheit angeboten, wenn sie etwa ihr Meldesystem änderten.

In dem Skandal sollen weltweit Händler mehrerer Geldinstitute jahrelang Referenzzinssätze wie den Libor und den Euribor zu ihren Gunsten manipuliert haben. Dadurch konnten sie Handelsgewinne erzielen. Auch die deutsche Finanzaufsicht Bafin untersucht die Vorgänge seit Monaten.

  • dpa
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12 Kommentare zu "Im Libor-Skandal: Sparkassen-Chef wettert gegen Straffreiheit für Banken"

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  • Erschreckend finde ich, dass der Sparkassenpräsident der einzige namhafte Vertreter aus der Gesellschaft / Wirtschaft zu sein scheint, der mit dieser Ungeheuerlichkeit und diesem Affront gegen Recht und Anstand ein Problem hat.

  • Respekt Herr Fahrenschon!

    Das riecht ganz übel nach mafiöser Entscheidung. Wieder ein Skandal, der unter den Teppich gekehrt werden soll. Inwiefern Industrie und Verbraucher geschädigt wurden, wird nicht mal nachgeprüft. Dieser Punkt geht abermals an die Banken. Da wundern sich die Eliten noch, dass immer mehr Menschen ablehnend gegenüber der EU und deren Strukturen gegenüberstehen.

  • Man wird Ihnen nie Recht geben. Darauf brauchen Sie nicht zu warten.

    Aber Sie sind auf einer Fährte. Sie bringen Herrhausen ins Gespräch. Ist Ihnen bekannt, dass er kurz vor seiner Hinrichtung aufDienstreise war und mit einer revolutionierenden Idee zurück kam. "Verschwörungstheoretiker" sahen darin den Grund seiner Hinrichtung.

    Eine zweite Auffälligkeit sollten Sie registrieren: Politische Morde werden nie aufgeklärt!

    Offiziell heißt es dann: Es bestand kein Interesse den Fall aufzuklären.

    Diese zwei Informationen sollten Sie in die Lage versetzen, die Nachrichten besser zu verstehen.

  • Stimme Ihnen auch zu!

    Betrug darf sich nicht lohnen. Die Tatsache, dass EU-seitig überhaupt solche Gedankenspiele erfolgen, beschreibt lediglich wie sehr die Lobbyisten Politiker im Griff haben.

    Die Sparkassen sollten sich zum qualifizierten Sprecher der Bürger in Sachen ESM machen. Auch hier muss Klartext geredet werden. Besorgte Bürger brauchen Gehör was Ihnen nicht gewährt wird.

  • @ReDeProSa:
    Sorry, Sie scheinen eine seltsame Rechtsauffassung zu haben. Komisch, andere Länder hatten bewirkt, dass Milliarden ! an Strafe gezahlt wurden. Für Sie scheint es nur ein Kavaliersdelikt zu sein. Wie heißt es so schön: "An ihren Taten werdet ihr sie erkennen" ;-)

  • @redeprosa : Sie versuchen hier eine auf tatsachen beruhende empörung über die maffiösen zustände innerhalb der EU-demokratur durch unbelegte schlagworte zu diffarmieren. das ist genaugenommen nichts weiter als die verbale form von faschismus.
    gruss von redelyrik

  • Erstmal vielen Dank an´s Handelsbatt, daß es darüber schreibt.
    Vor allem ist es wichtig, weil damit auch der mutige Sparkassen-Chef vor enem Mordanschlag mehr geschützt wird; man weiß, wer dafür ein Motiv hätte.
    Der rücksichts- und skrupell-losen Bande ist alles zu zutrauen. Jetzt gibt es zwar keine RAF, der man so etwas in die Schuhe schieben könte - wie es im Fall mit Herrn von Herrenhausen geschah - aber die Banditen würden schon einen Weg finden. Heute würde man für einen Mord (wie am Olof Palme oder von Herrenhausen) vielleicht die NSU oder die Al Qaida beschuldigen.
    In jedem Fall hat man hier mit einer gewissensloser Bande zu tun, die, wie ein Panzer, alles skruppellos zermalmt, was sich ihr in den Weg stellt.
    Leute, meidet überall die radikalen Gruppen und tut alles, daß man sie verhindert. Denn die Banditen in Nadelstreifen-Anzügen brauchen die radikalen Gruppen am meisten, um sie für eigene Verbrechen beschuldigen zu können.
    Manchmal bringen "die hochangesehenen Herrschaften in Nadelstreifen-Anzügen" über ihre V-Männer die hirnlosen Schwachköpfe dazu, auch mal ein Unheil anzurichten. Damt lenkt man die (Welt)Öffentlichkeit von großen Verbrechen und/oder Erpressugen ganzer Staaten ab.

  • Gebe ihnen recht Jochen. Vor diesen Trollen ist man nirgends sicher!
    Schön das ein Banker das so ausspricht wie Herr Fahrenschon.

  • @ ReDeProSa: Was ist daran unqualifiziert, ahnungslos und provokant, wenn man anprangert, dass kriminelles Verhalten einiger "Bevölkerungsgruppen" nicht mehr geahndet werden soll? Arm und provokant ist höchstens, dass so etwas Ungeheuerliches heute überhaupt möglich ist und die Finanz-Mafia ungeschoren davon kommt. Wie vielsagend Ihre Reaktion doch ist!

  • Aber leider nicht nur juristisch und moralisch richtig sondern auch in einer empörten Art völlig nachvollziehbar. Almunia macht sich zum billigen Schergen einen verachtenswerten Kaste von Drecksbankern. Für den unschuldig geschröpften Bürger der Bakenenverbrechen ein Tropfen mehr der das soziale Fass zum überlaufen bringt. Diese bankenkonforme, asoziale und undemokratische Eurokratie alà Almunia ist inzwischen nur noch eine einzige Provokation.

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