Im Sog der Hypo Alpe Adria: Düsselhyp muss gerettet werden

Im Sog der Hypo Alpe Adria
Düsselhyp muss gerettet werden

Das Nachfolgeinstitut der Hypo Alpe Adria, die österreichische Heta, steht vor einem Schuldenschnitt. Das setzt auch Deutschlands Finanzbranche zu. Nun steht fest: Die Düsseldorfer Hypothekenbank muss gerettet werden.
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FrankfurtDer bevorstehende Schuldenschnitt der österreichischen Hypo Alpe Adria setzt Deutschlands Finanzbranche zu. Die Düsseldorfer Hypothekenbank (Düsselhyp) , die mehrere Hundert Millionen Euro Forderungen an die Bad Bank der früheren Kärntner Landesbank Hypo Group Ape Adria haben soll, ist zum Sanierungsfall geworden und muss vom Einlagensicherungsfonds des privaten Bankenverbandes BdB übernommen werden, berichtet das Handelsblatt (Montagausgabe).

„Das Problem ist gelöst. Der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken stellt eine Garantie und schirmt die Heta-Anleihen ab, um die akuten Risiken zu beseitigen. Das Ziel ist die Übernahme der Düsseldorfer Hypothekenbank durch den Einlagensicherungsfonds“, teilte der BdB am Sonntag auf Anfrage mit. Damit würde die Pfandbriefbank zum zweiten Mal gerettet, bereits 2008 musste der Sicherungsfonds in der Finanzkrise einspringen.

Österreich entschied Anfang März, dass die Heta Asset Resolution, die die Reste der Hypo abwickelt, bis Ende Mai 2016 Schuldenzahlungen an Gläubiger einstellt. Zuvor war eine Kapitallücke von bis zu 7,6 Milliarden Euro entdeckt worden.

Die FMS Wertmanagement hat bereits vor dem Landgericht Frankfurt eine Klage eingereicht, nachdem Heta eine am 6. März fällige Anleihe nicht zurückzahlte. Die FMS fordert 200 Millionen Euro plus Zinsen.

Auch die NordLB muss um Millionen bangen, auch sie ist vom Zahlungsstopp der österreichischen Skandalbank betroffen. Dessen Auswirkungen prüfe man nun, teilte die Landesbank mit. Ihre Forderungen belaufen sich auf 380 Millionen Euro, zwei Drittel davon im Bestand der Konzerntochter Deutsche Hypo.

Damit dürfte sich der Streit über das Vorgehen Österreichs – die Kärntener Hypo wurde wegen ihrer Schieflage 2009 verstaatlicht – zuspitzen. Der Stopp der Schuldenzahlungen hat jedenfalls bei deutschen Banken tiefe Spuren hinterlassen. Die Ratingagentur Fitch warnt vor hohen Verlusten: „Wir erwarten, dass das den Sektor bis zu zehn Prozent des Nettogewinns 2015 kosten könnte.“

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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