Im vierten Quartal: Dresdner Bank rutscht wegen Finanzkrise in Verlustzone

Im vierten Quartal
Dresdner Bank rutscht wegen Finanzkrise in Verlustzone

Die Krise um faule US-Kredite hat die Dresdner Bank im vierten Quartal 2007 in die Verlustzone gedrückt. Die Banksparte des Münchner Allianz-Konzerns verbuchte von Oktober bis Ende Dezember 2007 wegen erheblicher Bewertungskorrekturen einen operativen Verlust. Trotz der hohen Abschreibungen hat der Versicherer seinen prognostizierten Jahresgewinn erreicht.

FRANKFURT. Die Allianz hat trotz massiver Abschreibungen bei ihrem Sorgenkind Dresdner Bank den prognostizierten Jahresgewinn von acht Mrd. Euro erreicht. Dies zeigen überraschend veröffentlichte Eckzahlen der Bilanz. Die übrigen Konzernteile hätten den Verlust der Banktochter im vierten Quartal ausgeglichen, sagte UniCredit-Analyst Lucio di Geronimo.

Die Anleger reagierten gestern erleichtert: Die Allianz-Aktie war mit einem Anstieg von gut zwölf Prozent größter Gewinner in einem ohnehin deutlich im Plus liegenden Gesamtmarkt. „Viele sind erleichtert, dass es im Schlussquartal nicht mehr als die 900 Mill. Euro an Abschreibungen bei der Dresdner sind“, erklärte ein Analyst. Diese kommen zu den 575 Mill. Euro Wertberichtigungen aus dem dritten Quartal hinzu.

Allianz-Finanzchef Helmut Perlet hatte bereits weitere Lasten angekündigt. Diese sollten aber eigentlich unter dem schon abgeschriebenen Betrag liegen. Operativ fährt die Dresdner nun für Oktober bis Dezember einen Verlust von 450 Mill. Euro ein. Das Jahresergebnis halbiert sich auf 750 Mill. Euro. Offen blieb, ob zusätzliche Wertberichtigungen gegen das Eigenkapital gebucht wurden und folglich nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung sichtbar sind.

Damit dürften die Spekulationen um die Zukunft der Dresdner wieder aufleben. Seit Jahren zweifeln Investoren am Modell des integrierten Finanzkonzerns. Die Münchener hatten die Bank im Jahr 2001 für 24 Mrd. Euro gekauft und benötigten Jahre für die Integration. Vor allem das Investmentbanking sorgte regelmäßig für Probleme. Hier hatte man zuletzt betont, einen konservativeren Kurs als die Konkurrenz zu fahren. Mit insgesamt fast 1,5 Mrd. Euro Abschreibungen kommt die Dresdner mittlerweile aber in Regionen, die hierzulande Branchenprimus Deutscher Bank vorbehalten waren.

Konzernweit steigerte die Allianz den Gewinn 2007 um eine auf acht Mrd. Euro. Vor allem die Lebens- und Krankenversicherungsaktivitäten konnten dabei operativ auf knapp drei Mrd. Euro zulegen.

Die größte Sparte Schaden- und Unfallversicherung verbuchte einen leichten Ergebnisrückgang auf 6,2 Mrd. Euro, während die Vermögensverwaltung mit 1,3 Mrd. Euro in etwa stagnierte. „Vor dem Hintergrund dieses Marktumfeldes muss man sagen: Respekt“, urteilte Merck-Finck-Analyst Konrad Becker. Ihr endgültiges Zahlenwerk will die Allianz am 21. Februar präsentieren.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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