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Miserabler Ruf der Banken-Branche

Der Ruf der Banken ist in der Bevölkerung schlecht. Das ist besorgniserregend, da die Branche guten Nachwuchs braucht.
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FrankfurtZu groß zum Führen, zu groß zum Regulieren und zu groß zum Kontrollieren." Das Urteil, das der US-Abgeordnete Sean Duffy jüngst über die größte Investmentbank JP Morgan fällte, war vernichtend. Nach den milliardenschweren Wetten, die bei der Investmentbank in London gerade schiefgelaufen waren und für einen Milliardenverlust sorgen, musste sich Bankchef Jamie Dimon bei der jüngsten Anhörung im US-Kongress verteidigen mit Worten wie: "Wir spielen nicht mit Geld." Um dann aber anzufügen: "Wir machen Fehler."

Es sind solche Fehler aus den vergangenen Wochen und Monaten, die in Politik und Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, dass sich auch nach fünf Jahren Finanzkrise in der Branche nicht viel geändert hat: JP Morgan zockt mit Milliarden. Beim von Morgan Stanley führend betreuten Börsengang von Facebook fühlen sich Privatinvestoren schlechter informiert als institutionelle Kunden. Goldman-Sachs-Banker bezeichnen ihre Kunden, so berichtete der Londoner Aussteiger Greg Smith vor einigen Wochen in einem Artikel in der "New York Times", als "Muppets" und profitieren von zahlreichen Interessenkonflikten. Und der hierzulande für einen Untersuchungsausschuss veröffentlichte E-Mail-Verkehr zwischen Dirk Notheis, dem Deutschland-Chef von Morgan Stanley, und dem damaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs, Stefan Mappus, hinterlässt ebenfalls einen solchen Eindruck: Da führt ein Investmentbanker seinen Kunden wie eine Marionette herum und sagt ihr, was zu tun ist.

Dennoch schätzen viele Unternehmen weiterhin die Arbeit, die Investmentbanker für sie bei der Kapitalbeschaffung oder Akquisitionsberatung verrichten - auch wenn sie wissen, dass in großen Banken immer wieder Interessenkonflikte auftreten. Doch wird die Bevölkerung nach ihrer Meinung gefragt, ist das Image von Bankern katastrophal, auch in Deutschland. Das ist besorgniserregend für die Branche, denn sie braucht guten Nachwuchs. Und ihr Ruf in der Politik ist entscheidend, denn die Politiker beschließen neue Regeln für die Banken.

"Man begegnet Banken heute mit Misstrauen. Das ist verständlich", sagte der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Anshu Jain, kürzlich in Berlin. "Die größte Herausforderung für die Bankenbranche steht uns noch bevor: Wir müssen unseren Vertrag mit der Gesellschaft erneuern." Die Banken arbeiten an ihren Bonussystemen, geben sich teilweise ethische Vorgaben. Aber reicht das? "Jedes Haus sollte für sich die eigenen ethischen Standards überprüfen und wenn nötig anpassen", sagt Dirk Müller-Tronnier, der bei Ernst & Young die Bankberatung in Deutschland leitet.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

Kommentare zu " Image: Miserabler Ruf der Banken-Branche"

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  • @VivaLaReception
    Das sehe ich ebenso.

    Die Sache bekommt erst dann einen tieferen Sinn, wenn man zum Verständnis der Zusammenhänge einmal davon ausgeht, dass wir es mit einem hohen Grad an Kriminalität, Korruption und mafiösen Strukturen zu tun hat.

    Unklar bleibt jedoch immer noch wie es gelungen ist, die gewählten Volksvertreter auch noch zu korruptieren. Die 20.000 Euro als Rednergage für Steinbrück oder die horrenden Beraterhonorare für Friedrich Merz nebenbei können es allein auch nicht sein.

  • Natürlich haben die Banken sich ihr schlechtes Image redlich verdient.Und sie können wirklich noch von Glück sagen,dass die meisten Leute gar nicht wissen,wie schlimm es wirklich ist,weil sie das Geldsystem nicht durchschauen.
    Den Vorstand der "Deutsche Bank" würde ich als die größten
    Verbrecher bezeichnen,die dieses Land zu bieten hat.
    Wie es sich auswirkt,wenn solche Leute die Regierung "beraten" können wir seit Jahren beobachten,aber die Masse der Menschen kapiert es nicht,bzw. wird gezielt falsch informiert und eingelullt.

  • Selbst als Banker, sogar mit Diplom, und dann auch noch kein Groß-, sondern Genossenschaftsbanker, erlaube ich mir die Meinung: diese Arroganz, mit der wir auftreten, ebenso wir die Einkommen, die wir bereits in den mittleren Etagen mit unserem Business beziehen, stehen in keiner Relation zum Nutzen, den wir stiften. Ich will ja nicht Nestbeschmutzen, aber ich fürchte, wir werden uns Alle mal selbst hinterfragen müssen (leider können wir das bisher nicht, da das Roß zu hoch ist und wir natürlich immer noch gut leben).

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