Immobilienbank Aareal peilt Rekordgewinn an

Die Aareal Bank rechnet mit einem deutlich besseren Jahresergebnis. Das Tagesgeschäft lief zuletzt besser als gedacht. Vor allem das Kreditgeschäft wächst.
Update: 10.11.2015 - 14:00 Uhr
Die Aareal Bank hatte zuletzt das Konkurrenzinstitut Corealcredit sowie die einstige WestLB-Tochter WestImmo übernommen. Quelle: PR
Rekordgewinn nach Expansion

Die Aareal Bank hatte zuletzt das Konkurrenzinstitut Corealcredit sowie die einstige WestLB-Tochter WestImmo übernommen.

(Foto: PR)

Die Immobilienbank Aareal steuert unter ihrem neuen Chef abermals auf einen Rekordgewinn zu. In diesem Jahr soll ein Betriebsergebnis von 450 bis 460 (Vorjahr: 436) Millionen Euro zu Buche stehen, wie Hermann Merkens am Dienstag ankündigte. Im September hatte er überraschend das Ruder vom langjährigen Vorstandschef Wolf Schumacher übernommen und kümmert sich nun in Personalunion weiter auch um die Finanzen. "An der strategischen Ausrichtung wird sich nichts ändern", betonte Merkens. Die Aareal Bank sei in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld gut unterwegs.

Bislang hatten die Wiesbadener ein Betriebsergebnis von 400 bis 430 Millionen angepeilt. Das Institut ist in den vergangenen zwei Jahren rasant gewachsen: Erst schluckte Aareal die kleinere Rivalin Corealcredit, dann kam Anfang 2015 die einstige WestLB-Tochter WestImmo hinzu. Das weitete zwar auf einen Schlag das Kreditbuch deutlich aus. Doch wegen der Kosten der laufenden Integration hatte Aareal trotz eines erheblichen Zugangsgewinns zunächst eher vorsichtig geplant. Merkens sagte nun, die technische Integration der WestImmo sei im Oktober planmäßig erfolgt. Jetzt könne sich die Aareal wieder mehr auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Ob die Anleger angesichts eines weiteren Rekordjahres auch mit einer höheren Dividende rechnen können, ließ er offen. Für 2014 hatten sie 1,20 Euro je Aktie bekommen. Von Reuters befragte Analysten gehen dieses Mal von 1,50 Euro aus.

Für wen der Traum vom Börsengang geplatzt ist
Pfleiderer
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Die Rückkehr des bayerischen Holzverarbeiters Pfleiderer an die Börse ist vorerst gescheitert. Die Aktienplatzierung, mit der das Unternehmen mit seiner in Warschau börsennotierten Tochter Pfleiderer Grajewo zusammengeführt werden sollte, wurde nach dem Ende der Zeichnungsfrist am 22. Oktober „aufgrund widriger Marktverhältnisse” abgesagt. Der Grund: Polnische Investoren waren schlicht nicht bereit, Pfleiderers Aktien innerhalb der Preisspanne zu zeichnen. Diese hatte mit 27 bis 31 Zloty über dem Kurs der Grajewo-Aktie gelegen.

Nicht Mal ein „Börsengang durch die Hintertür” war drin
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Pfleiderer Grajewo wollte mit der erhofften Kapitalspritze von 900 Millionen Zloty (210 Millionen Euro) die deutsche Muttergesellschaft übernehmen – und wäre damit wieder als Einheit an der Warschauer Börse (hier ist der Handelssaal zu sehen) gelistet gewesen. Für die deutsche Firma, die 2012 in die Pleite gerutscht war und von ihren Gläubigern übernommen wurde, hätte es ein „Börsengang durch die Hintertür” sein können. Die Gläubiger wollten sich so ihren Einsatz mit der Verschmelzung zurückholen. Nun will es Pfleiderer zu einem späteren Zeitpunkt nochmal versuchen.

Steilmann
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Auch der Modehändler Steilmann muss bei seinem Börsengang in kleineren Dimensionen denken. Das Unternehmen, das in Deutschland an die Börse möchte, findet nicht genügend Investoren, hieß es am 22. Oktober. Statt mit bis zu 98 Millionen Euro begnügt sich Steilmann nun mit einem Erlös von 50,3 Millionen Euro.

Längere Zeichnungsfrist, billigere Aktien
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Das Aktienangebot wird auf 14,4 Millionen von bis zu 19,55 Millionen Papiere verkleinert, der Preis dafür auf 3,50 Euro festgesetzt. Das liegt am unteren Ende der bis zu fünf Euro reichenden Spanne. Auch wurde die Zeichnungsspanne bis zum 29. Oktober verlängert. Am 3. November sollen die Steilmann-Aktien erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden

Schaeffler
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Am 9. Oktober wagte der Automobilzulieferer Schaeffler den Gang aufs Parkett. Vorstandschef Klaus Rosenfeld (im Bild) betonte zwar im Nachhinein, dass der Börsengang „gut gelaufen” sei. „Es ging hier nicht darum, beim Preis noch das letzte Quäntchen herauszuholen“, so der Chef des Industriezulieferers gegenüber der „Welt am Sonntag”. Hauptziel sei es gewesen, die Schaeffler AG zu entschulden und die Aktie am Kapitalmarkt einzuführen. Doch der Gang aufs Parkett glich wohl eher einem Lauf über rohe Eier….

VW grätschte dazwischen
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…denn zu den wichtigsten Kunden Schaefflers zählt Volkswagen. Und just im September – also in der heißen Vorrunde des IPOs – sorgte der Autobauer für den wohl größten Unternehmensskandal der vergangenen Jahre: Dieselgate. Nicht nur schmierte die VW-Aktie um mehr als ein Drittel ab. Sie zog auch Papiere der deutschen Zulieferer mit sich in den Keller.

Investoren sind dennoch zuversichtlich
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Schaeffler musste sowohl den Ausgabepreis als auch das Aktienvolumen reduzieren. Ursprünglich sollten bis zu 166 Millionen Aktien ausgegeben werden, am Ende wurden es lediglich 75 Millionen Vorzugsaktien zum Ausgabepreis von 12,50 Euro. Allerdings gaben sich die Investoren zuversichtlich. Noch am Ausgabetag gewann die Schaeffler-Aktie rund einen Euro und kletterte bis auf 13,50 Euro.

An der Börse konnte das die Stimmung indes nicht heben: Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aareal-Aktie rutschte um bis zu 2,3 Prozent ab, nachdem sie zur Eröffnung noch deutlich im Plus gelegen hatte. Händler verwiesen darauf, dass die Einschätzungen von Merkens zum Marktumfeld nicht gerade ermutigend gewesen seien.

So hatte die Aareal im dritten Quartal ihr Ergebnis zwar um fast ein Viertel auf 82 Millionen Euro steigern können und damit stärker als erwartet. Doch am Himmel brauen sich dunkle Wolken zusammen, wie Merkens in einer Telefonkonferenz einräumte: Der Wettbewerb im Markt für gewerbliche Immobilienfinanzierungen verschärfe sich spürbar. Viele Banken seien inzwischen wieder bereit, Kredite zu geringeren Margen und für weniger Eigenkapital auszureichen. Die Aareal wolle sich diesem Trend nicht beugen. Das Neugeschäftsziel schraubte er dennoch hoch: Die Aareal will 2015 Kredite über acht bis neun Milliarden Euro ausreichen, bislang sollten es sechs bis sieben Milliarden sein. Traditionell können sich Immobilienbanken über einen Jahresendspurt freuen, wenn viele Investoren noch Verträge unter Dach und Fach bringen. Die Rivalin Pfandbriefbank pbb legt ihre Zwischenbilanz an diesem Donnerstag vor.

  • rtr
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