Immobilienbank
Ex-Vorstand der HRE verteidigt Depfa-Kauf

Ein ehemaliger Vorstand hat im milliardenschweren Schadenersatzprozess gegen die Immobilienbank Hypo Real Estate das frühere Management verteidigt. Größe sei damals ein positives Merkmal gewesen.
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MünchenIm milliardenschweren Schadenersatzprozess gegen die Immobilienbank Hypo Real Estate hat ein ehemaliger Vorstand die Strategie des früheren Managements verteidigt. Der Kauf des irischen Staatsfinanzierers Depfa im Jahr 2007 sei im Vorstand als sehr positiver Schritt für die Hypo Real Estate angesehen worden, sagte Robert Grassinger am Freitag als Zeuge vor dem Oberlandesgericht München. „Größe an sich war zum damaligen Zeitpunkt ein positives Merkmal.“ Als „tickende Zeitbombe“ sei die Depfa nicht gesehen worden, sagte er auf Fragen der Richter. „Das Wort habe ich nicht verwendet und auch nicht von meinen Vorstandskollegen gehört.“

Im Herbst 2008 wurde die Depfa zum Verhängnis für die Hypo Real Estate, weil sie Geld langfristig verliehen und sich extrem kurzfristig refinanziert hatte. Nach der Lehman-Pleite funktionierte dieses Modell nicht mehr und es fehlten plötzlich 35 Milliarden Euro. In einer dramatischen Rettungsaktion wurde die HRE mit Steuermilliarden vor dem Bankrott gerettet und später verstaatlicht. Etliche Aktionäre verloren ein Vermögen mit ihren Aktien und fordern in dem Musterprozess ihr Geld zurück.

Von der Übernahme der Depfa für 5,7 Milliarden Euro hatte sich das HRE-Management nach Worten von Ex-Vorstand Grassinger damals aber viel versprochen: Als Spezialist für die Staatsfinanzierung sollte sie ein Gegengewicht bilden zum volatilen Immobiliengeschäft, auf das sich die HRE konzentrierte. „Es war ein Schritt, mit dem wir versucht haben, das Risikoprofil zu verbessern.“

In dem Musterprozess geht es vor allem um die Frage, wann das damalige Management von der Notlage der Hypo Real Estate gewusst hat. Auf die Aussage des früheren Chefs Georg Funke mussten die Richter verzichten: Er hatte seinen Auftritt vor Gericht am Donnerstag kurzfristig abgesagt. Da es sich nicht um einen Strafprozess sondern um ein Zivilverfahren handelt, darf sich Funke als Beklagter von seinen Anwälten vertreten lassen. Sie hatten ihm von einer Aussage abgeraten, da auch strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn laufen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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