Immobilienboom
Commerzbank setzt auf Baufinanzierung

Die Commerzbank will ihr Baufinanzierungsgeschäft ausbauen. Damit reagiert das Institut auf die steigende Nachfrage nach Immobilien. Ende des Jahres soll das Neugeschäft bankweit angeboten werden.
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FrankfurtNach einem Test in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen, bei dem auch Kreditprodukte der Konkurrenz vermittelt wurden, kündigte Privatkundenvorstand Martin Zielke nun an, dieses Modell bankweit umzusetzen.

„Ende des Jahres soll jeder Berater direkt auf das Angebot zugreifen können“, sagte Zielke im Gespräch mit den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX in Frankfurt. Der Marktanteil im Neugeschäft Baufinanzierung habe sich dadurch signifikant verbessert: Im Juni habe er mit acht Prozent fast doppelt so hoch gelegen wie ein Jahr zuvor, erklärte Zielke.

Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Commerzbank mit 1000 Teilnehmern hat aktuell bei jedem vierten Mieter das Interesse am Kauf eines Eigenheims zugenommen. Das Traumhaus dürfte demnach maximal 420 000 Euro kosten. Wer im Stadtzentrum wohnen möchte, würde sogar noch 40 000 Euro draufzulegen. Die größte Gruppe der Befragten (31 Prozent) sieht sich in der Preisklasse 200 000 bis 400 000 Euro. 5 Prozent geben an, sie könnten sich derzeit keine Immobilie leisten.


Eine drohende Blase am deutschen Immobilienmarkt sieht Zielke noch nicht. „In einigen Märkten sehen wir zumindest eine Erwärmung, insgesamt in Deutschland aber noch keine Überhitzung“, sagte der Banker. „In der Breite ist der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland nicht überhitzt.“

Viele Investoren flüchten wegen der turbulenten Märkte derzeit in vermeintlich sicheres „Betongold“ und stecken Geld in Häuser und Wohnungen. „Immobilien sind derzeit auch deshalb so gefragt, weil viele Anleger verunsichert und damit sehr vorsichtig sind, insbesondere was Kapitalmarktprodukte betrifft. Es gibt im Moment auch keine Anzeichen, dass sich das kurzfristig ändert“, erklärte Zielke. „Immobilie ist in der Wahrnehmung der Menschen ein klassischer Inflationsschutz.“

Dazu komme: „Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich hinterhergehinkt bei den Immobilienpreisen.“ Das lockt auch Investoren aus Märkten wie Spanien, wo die Immobilienblase bereits geplatzt ist. Städtetag und Wohnungsunternehmen hatten kürzlich bereits Alarm geschlagen: Wer wenig verdiene, habe zunehmend Probleme, bezahlbare Wohnungen in Deutschland zu finden.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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