Immobilienfinanzierung
Commerzbank will mehr faule Kredite loswerden

Die Commerzbank stellt wohl weitere faule Kredite zum Verkauf. Pakete für Objekte in Osteuropa und deutsche Immobilien im Gesamtwert von 3,4 Milliarden Euro könnten noch im Juni verkauft werden.
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FrankfurtDie Commerzbank will sich Finanzkreisen zufolge von zwei weiteren Paketen von Immobilienkrediten aus ihrer „Bad Bank“ trennen. Zum Verkauf stünden zum einen Kredite über 2,7 Milliarden Euro für Objekte in Osteuropa, der Türkei und Skandinavien, zum anderen großenteils faule Kredite für deutsche Immobilien im Volumen von gut 700 Millionen Euro, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Beide Transaktionen könnten noch im Juni abgeschlossen werden, sagte einer der Insider. Exklusive Verhandlungen würden noch nicht geführt. Zu den Interessenten werden Finanzinvestoren wie Cerberus, Lone Star und Oaktree gerechnet, die auf faule Kredite und klamme Unternehmen spezialisiert sind. Bei dem ersten Paket rechne die Commerzbank allenfalls mit kleinen Abschlägen zum Buchwert.

Der für die Abwicklungseinheit zuständige Bereichsvorstand Sascha Klaus wollte sich nicht konkret zu dem Verkaufsprozess äußern. „Wir wollen unsere Auslands-Portfolien weiter reduzieren“, sagte er Reuters am Rande eines Branchentreffens mit Experten für faule Kredite in Frankfurt. „Das ist einer der komplexesten Prozesse, die wir fahren.“ Es gehe unter anderem um Finanzierungen in Mittel- und Osteuropa sowie der Türkei. In Deutschland versuche die Commerzbank zugleich den Bestand an notleidenden Krediten abzubauen. Darunter seien große und kleine Finanzierungen.

2013 und 2014 hatte die Commerzbank bereits zwei Pakete von Immobilienkrediten in Großbritannien und auf der iberischen Halbinsel an Finanzinvestoren und Banken losgeschlagen – mit nur kleinen Abschlägen zum Buchwert. „Wir haben bei unseren Deals noch nie Kapital verbrannt“, betonte Klaus.

Das Volumen an Immobilien- und Schiffsfinanzierungen, die die Commerzbank abbauen will, ist bis Ende März bereits um die Hälfte auf gut 30 Milliarden Euro abgeschmolzen. Die Commerzbank sei schneller vorangekommen als gedacht, sagte Klaus. Bis Ende 2016 sollen weniger als 20 Milliarden davon übrig sein, davon rund acht Milliarden Euro an Immobilienkrediten.

55 Milliarden Euro an Staatsfinanzierungen aus den Beständen der ehemaligen Eurohypo, die ebenfalls in der „Bad Bank“ lagern, werde die Bank zum größten Teil bis zum Ende der Laufzeit halten, sagte Klaus. Von mehr als 1000 Mitarbeitern der in der Abwicklungseinheit aufgegangenen Eurohypo sind noch 500 an Bord.

Die drohenden Verluste in der Abwicklungssparte hatten die Commerzbank-Aktie lange belastet. „Der Markt hat uns nicht getraut, dass das Meiste in der Einheit nicht toxisch ist“, sagte Klaus auf der Veranstaltung. Das habe sich mit den ersten Paketverkäufen geändert, die den Kurs der Commerzbank-Aktie nach oben trieben. „Die Investoren und Ratingagenturen haben einen Haken daran gemacht“, sagte Klaus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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