Immobilienkauf bei BBVA Cerberus' Wette auf Europa

Kürzlich sicherte sich der US-Finanzinvestor Cerberus drei Prozent an der Deutschen Bank, jetzt kauft er ein Immobilienpaket der spanischen Großbank BBVA. Cerberus setzt auf eine anziehende europäische Konjunktur.
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Investoren wie Cerberus könnten einen erheblichen Einfluss darauf haben, welche Banken in Europa künftig fusionieren. Quelle: dpa
Blitze über Bankentürmen

Investoren wie Cerberus könnten einen erheblichen Einfluss darauf haben, welche Banken in Europa künftig fusionieren.

(Foto: dpa)

MadridDer US-Finanzinvestor Cerberus übernimmt 80 Prozent des Immobiliengeschäfts der spanischen Großbank BBVA. Vier Milliarden Euro habe Cerberus dafür ausgegeben, teilte das Kreditinstitut am Mittwoch mit. Das Platzen der Immobilienblase vor knapp zehn Jahren hatte Spaniens Wirtschaft ins Trudeln gebracht und ein 40-Milliarden schweres Rettungspaket für den Bankensektor nötig gemacht. Die wirtschaftliche Erholung der vergangenen Jahre hat aber auch die Häuserpreise wieder steigen lassen. Das Interesse an Immobilien auf der iberischen Halbinsel steigt wieder - und ausländische Investoren kehren zurück. So auch Cerberus. Der Bruttobuchwert der gekauften Immobilien liege bei etwa 13 Milliarden Euro, heißt es in einer Mitteilung an die Behörden.

Es ist einer von mehreren Käufen, die Cerberus in letzter Zeit in Europa getätigt hat. Im Juli dieses Jahres hatte der Investor bereits rund fünf Prozent an der Commerzbank erworben, und sich erst vor zwei Wochen einen Anteil von drei Prozent an der Deutschen Bank gesichert. In den vergangenen Wochen machten bereits Spekulationen zu den Plänen des US-Finanzinvestors mit den deutschen Banken die Runde. Aus Sicht einiger Finanzmanager steigen durch den Einstieg des Finanzinvestors bei der Deutschen Bank die Chancen auf eine Fusion mit der Commerzbank.

Andere sind zurückhaltender. Ingo Speich, Fondsmanager von Union Investment, sagte dem Handelsblatt kürzlich im Interview, das Engagement von Cerberus mache einen Zusammenschluss der beiden größten deutschen Geldhäuser kurzfristig nicht wahrscheinlicher. Beide Banken müssten noch an sich arbeiten und Veränderungsprozesse anstoßen. Dass die Banken auf Sicht von ein bis drei Jahren eine Rolle bei der erwarteten Bankenkonsolidierung spielen werden, ist aber nicht ausgeschlossen. Durch so einen Zusammenschluss könne ein starker Finanzkonzern entstehen, der den Großbanken aus den USA und Frankreich besser Paroli bieten könne.

Selbst wenn es nicht zu einer Fusion kommt, hat Investor Cerberus gute Chancen, dass seine Wette aufgeht. Derzeit haben Commerzbank und Deutscher Bank eine niedrige Bewertung, beide liegen noch immer bei rund der Hälfte ihres Buchwerts. Nun zieht die europäische Konjunktur gerade an. Das ist gut fürs Geschäft der Banken. Außerdem leitet die Europäische Zentralbank langsam die geldpolitische Wende ein. Die Zinsen dürften also früher oder später steigen und damit auch die Margen der Banken.

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