In drei Jahren 6 Milliarden Euro in den Sand gesetzt: Stellenabbau und Milliardenminus bei der Hypo-Vereinsbank

In drei Jahren 6 Milliarden Euro in den Sand gesetzt
Stellenabbau und Milliardenminus bei der Hypo-Vereinsbank

Die Deutsche Bank hat für ihre Stellenabbau-Pläne angesichts der Rekordarbeitslosigkeit in Deutschland in den vergangenen Wochen heftig Prügel einstecken müssen. Am kommenden Donnerstag muss nun Hypo-Vereinsbank-Chef Dieter Rampl vor die Presse treten und ebenfalls einen massiven weiteren Abbau von Arbeitsplätzen ankündigen.

HB MÜNCHEN. Branchenexperten rechnen damit, dass bei der zweitgrößten börsennotierten Bank mindestens 2000 Stellen im Inland wegfallen. „Bei dem Mitarbeitern ist die Anspannung natürlich groß, was auf sie zukommt“, sagt Aufsichtsrat Klaus Grünewald von der Gewerkschaft Verdi. In Münchner Unternehmenskreisen wird betont, dass die Fälle Deutsche Bank und Hypo-Vereinsbank in Sachen Stellenabbau nicht ganz vergleichbar sind. Schließlich habe die Deutsche Bank mit der Streichung von 6400 Arbeitsplätzen zeitgleich einen stolzen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro bekannt gegeben. Damit hängte der Branchenprimus die Konkurrenz in Sachen Ertragskraft einmal mehr um Längen ab.

Die Hypo-Vereinsbank hatte bereits angekündigt, 2004 ihr operatives Gewinnziel von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro zu verfehlen. Analysten rechnen nun im Schnitt mit 1,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich muss Rampl sogar den dritten Verlust in Folge verkünden. Wegen massiver Immobilienabschreibungen rechnen Analysten im Schnitt mit einem Minus von 2,4 Milliarden Euro. Damit hätte die HVB in den vergangenen drei Jahren fast 6 Milliarden Euro in den Sand gesetzt.

Hoffnung auf konjunkturellen Rückenwind

Rampl und seine Kollegen hoffen, dass damit das Schlimmste ausgestanden ist. Die Immobilienprobleme schleppt der Konzern seit über zehn Jahren mit sich herum. Nach der Wiedervereinigung waren allzu großzügig Kredite in den neuen Bundesländern vergeben worden. Die Abschreibung von 2,5 Milliarden Euro im vierten Quartal soll nun die letzte böse Überraschung dieser Art gewesen sein. „Wenn sich der Immobilienmarkt nicht noch weiter nach unten entwickelt, dann sollte nichts mehr nachkommen“, sagt ein Branchenexperte. Das bedeute allerdings auch, dass nun Rampl in der Pflicht stehe. „Es gibt keine Entschuldigung mehr.“

Der Vorstandschef will zeitgleich mit der Bekanntgabe des Jahres- Ergebnisses sein neues Sparpaket vorstellen. Branchenexperten rechnen damit, dass die Kosten in Deutschland noch einmal um 250 bis 300 Millionen Euro im Jahr gedrückt werden sollen. Dies dürfte auch den Verlust von gut 2000 Arbeitsplätzen bedeuten. Dass es noch Nachholbedarf auf der Kostenseite gibt, um konkurrenzfähig zu sein, sehen auch Arbeitnehmervertreter im Grundsatz ein. „Rampl hat unsere Unterstützung“, sagt Grünewald. Allerdings wollen die Arbeitnehmer natürlich, dass der Abbau möglichst ohne Kündigungen erfolgt.

Damit die Hypo-Vereinsbank aber im Inland mal wieder richtig Geld verdient, müssen aber wohl nicht nur die Prozesse optimiert werden. Notwendig ist auch etwas Rückenwind von der Konjunktur. Das vierte Quartal sei bei der HVB, ähnlich wie bei den anderen Banken, zumindest etwas besser gelaufen als ursprünglich erwartet, heißt es in Unternehmenskreisen. „Das Kapitalmarktgeschäft hat zum Beispiel angezogen.“ Der Januar sei angeblich sogar noch besser verlaufen. Allerdings, warnt ein Branchenexperte, dürfe man sich bei der HVB nicht zu früh freuen. „Immer, wenn es mal etwas besser wurde, tauchte aus irgendeiner Ecke wieder ein schlechte Nachricht auf.“

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