Inaktive Bankkonten

Ex-JPMorgan-Banker sollen Tote bestohlen haben

Mehr als 350 Abhebungen von rund 15 Konten: Fast eine halbe Million US-Dollar sollen vier ehemalige Angestellte der US-Großbank JPMorgan Chase von inaktiven Konten gestohlen haben. Einige der Opfer waren Verstorbene.
Wegen ihrer Taten müssen sich die Ex-Banker nun vor Gericht verantworten. Sie dementieren die Vorwürfe. Quelle: AFP
Verschwörung und schwerer Diebstahl

Wegen ihrer Taten müssen sich die Ex-Banker nun vor Gericht verantworten. Sie dementieren die Vorwürfe.

(Foto: AFP)

New YorkManche Banker schrecken nicht einmal davor zurück Tote zu bestehlen. So sind jetzt in New York zwei Männer, die als Bankberater bei JPMorgan Chase & Co. tätig waren, angeklagt, 400.000 Dollar von inaktiven Bankkonten gestohlen zu haben. Mindestens acht der Kontoinhaber waren verstorben.

Jonathan Francis und Dion Allison wurden von der Staatsanwaltschaft in Brooklyn unter anderem der Verschwörung und des schweren Diebstahls angeklagt. Zusammen mit Mitverschwörern hoben sie an Geldautomaten über 350mal Geld von rund 15 Konten ab, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht. Francis und ein dritter Verdächtiger wurden im Dezember zur Anklage vernommen. Eine vierte Person ist noch auf freiem Fuß. Francis und Allison haben sich laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht schuldig bekannt.

Beide Angeklagten haben laut Staatsanwaltschaft von etwa August 2012 bis Oktober 2013, während sie als Bankberater in einer Filiale von JPMorgan Chase im Viertel Bedford-Stuyvesant in Brooklyn angestellt waren, elektronisch auf inaktive Konten mit hohen Guthaben zugegriffen. Dabei hatten sie Konten im Visier, auf denen außer regelmäßigen Zahlungseingängen des staatlichen Sozialsystems keine Bewegungen stattfanden, so die Ermittler. Um an das Geld zu kommen, erstellten die Täter demzufolge Bankautomatenkarten für die Konten und hoben damit Geld ab.

Einer der Beschuldigten erklärte, er habe die Computer- Zugangscodes anderer Mitarbeiter genutzt, wenn diese nicht an ihrem Platz waren, wie aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hervorgeht. Außerdem habe er gewusst, dass die Kontoinhaber ältere Personen waren.

„Warum sollten wir Sie nicht einstellen?“
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1. Beschreiben Sie eine Person, die Sie hassen und eine, die Sie bewundern.

Derek Loosvelt, ehemaliger Investmentbanker und Experte für Verkäufe und Akquisen rät davon ab, tatsächlich an irgendeiner Stelle das Wort Hass in den Mund zu nehmen. Er glaubt, dass die Interviewer meist hören wollen, ob man immer die Haltung bewahrt und selbst bei negativen Erlebnissen reflektiert bleibt. Falls man doch gezwungen sein sollte, eine verhasste Person zu beschreiben, sollte diese etwas wirklich Unmoralisches getan haben: Laut Loosvelt ist die doch so stark für ihre Skrupellosigkeit kritisierte Bankenbranche ziemlich darauf bedacht, ethische und moralische Werte hochzuhalten. Personen, die jemanden betrogen und Unterlegene ausgenutzt haben, darf man dann schon mal hart kritisieren.

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2. Warum sollten wir Sie nicht einstellen?

Hier empfiehlt Loosvelt, mit einem kleinen Witz, in jedem Fall mit einer humorigen Entgegnung zu antworten. Doch allzu lächerlich sollte man sich nicht machen: „Nichts dröhnt lauter in den Ohren als ein schlechter Witz“, warnt Loosvelt.

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3. Wenn Sie drei Freiwürfe haben und dabei eine Treffer-Quote von 70 Prozent für diese Art von Würfen– wie wahrscheinlich ist dann ein Triple für Sie?

Diese Frage dürfte einen bei näherer Betrachtung nicht weiter verschrecken – doch manche Bewerber lassen sich verunsichern, weil sie nichts mit Basketball zu tun haben und fürchten, eine Besonderheit nicht zu erkennen. Tatsächlich ist die Basketball-Frage nur eine etwas nettere Hülle für diese Statistik-Aufgabe: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Ereignis mit 70 prozentiger Wahrscheinlichkeit drei von drei Mal auftritt? Die einfache Rechnung lautet: 0,7 mal 0,7 mal 0,7 – Loosvelt empfiehlt die Rechnung mit der Zahl 7 zu machen und dann das Komma wieder nach rechts einzurücken. Auch so kommt man auf die 34,3 Prozent Wahrscheinlichkeit.

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4. Wenn Sie die einzige Reifen-Firma in ganz Amerika (oder eben Westeuropa) hätten – wie müsste Ihre Produktionskapazität aussehen, um die Nachfrage bedienen zu können?

Auch hier fühlen sich viele Leute unter Druck gesetzt, weil sie sich mit der Auto- und Zuliefererindustrie nicht auskennen und noch nie gelesen haben, wie viele Reifen im Jahr so verbaut werden. Doch darum geht es bei dieser klassischen „Guesstimate“, also einer Mischfrage zwischen Schätzung und Raterei, auch nicht. Derek Loosvelt gibt Hinweise, wie man am geschicktesten vorgehen könnte: Sehr wichtig sei etwa, den eigenen Lösungsweg laut durchzugehen. So sieht der Interviewer, was er erfahren will – ob der Kandidat lösungsorientiert und logisch vorgeht und sich so nach und nach zu einer möglichen Antwort vortastet. Eine Vorgehensweise könnte sein: Zunächst schätzen, wie viele neue Autos, Lkw und Motorräder es in der jeweiligen Region pro Jahr geben könnte, die allesamt eine gewisse Anzahl an Reifen brauchen. Dann könnte man abschätzen, wie lange ein Reifen hält, wie viele Reifen also jährlich ausgetauscht werden müssen. Hinzu könnten noch Schätzwerte über die Anzahl geplatzter oder bei Unfällen zerstörter Reifen kommen, die außer der Regel auch ersetzt werden müssen.

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5. Wie viele Friseure und Barbiers gibt es in Manhattan?

Wer die vorherige Frage gemeistert hat, wird auch diese hier schaffen, es geht schließlich wieder um Logik und um ein klein wenig Gespür für Zahlen. Loosvelts Vorschlag: „Diesmal könnten Sie mit der Einwohnerzahl von Manhattan starten, dann die Anzahl der Städter schätzen, die regelmäßig zum Friseur oder Barbier gehen, sowie die Häufigkeit und die Dauer ihrer Besuche.“ Geht man davon aus, dass die meisten Otto-Normal-Bürger anders als dieses Model bei der Fashion Week in Berlin nur von einem Friseur gleichzeitig traktiert werden, könnte man so zu einem Näherungswert kommen. Und nur darauf kommt es an.

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6. Verkaufen Sie mir etwas in diesem Raum!

„Die 'Verkaufen Sie mir'-Frage ist eine sehr beliebte für Wallstreet-Bewerber“, sagt Derek Loosvelt. „Bitte, wählen Sie etwas anderes, als Ihren Stift“, appelliert er und warnt vor einer beliebigen Wahl eines nahe liegenden Gegenstandes. Auch sollte man nicht wild anfangen, ein gewähltes Produkt in den höchsten Tönen zu loben. Stühle, wie sie oben zu sehen sind, mögen wunderbar in ein Gästezimmer passen. Für einen Banker mit 14 Stunden-Tag im Büro wäre er ungeeignet. „Das Entscheidende ist nicht der Gegenstand, den Sie wählen“, sagt Loosvelt. „Es geht darum, wie Sie den Interviewer dazu befragen, wonach er sucht.“ Sonst können Sie noch so eifrig anpreisen – der Handel kommt nicht zustande.

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7. Denken Sie an ihre erste Vorlesung in der Universität. Wo haben Sie gesessen und warum?

Loosvelt rät dem Interviewten, nicht zu viel in diese Frage hineinzuinterpretieren. „Seien Sie einfach ehrlich.“ Selbst wenn die Antwort lauten sollte: „Ich habe mich in die letzte Reihe gesetzt, damit mich der Professor nicht aufruft.“ Der Personalleiter will mit dieser Frage testen, wie ehrlich sein Gegenüber antwortet. „Wenn Sie dem Personaler etwas vorgaukeln, könnte sein Eindruck von Ihnen darunter leiden“, wart Loosvelt.

JPMorgan Chase werde weiterhin eng mit den Behörden und der Sozialversicherung zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die gestohlenen Gelder den Kunden, ihren Erben oder dem Staat wiedererstattet würden, erklärte Lauren Ryan, eine Sprecherin der Bank.

In diesem Jahr gab es bereits zwei Fälle, in denen ehemalige Angestellte der Bank des Diebstahls angeklagt wurden. Im November räumte Michael Oppenheim, ehemals Broker bei JPMorgan Chase, ein, mehr als 22 Mio. Dollar von den Konten vermögender Kunden gestohlen zu haben. Im April wurde der ehemalige JPMorgan-Mitarbeiter Peter Persaud festgenommen und des Diebstahls von Kundendaten beschuldigt. Laut der Bundesstaatsanwaltschaft in Brooklyn versuchte er, die Daten für Tausende von Dollar weiterzuverkaufen, geriet dabei jedoch an einen Undercover-Informanten. Das Verfahren läuft noch und Persaud hat sich nicht schuldig bekannt.

  • Bloomberg
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