Incentive-Reisen
Wüstenrot belohnt Vertreter nur noch in Deutschland

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische hat 460 Reisen geprüft, dabei aber nichts Anstößiges mehr gefunden. Ins Ausland fahren Vermittler nicht mehr, für besondere Leistungen sollen sie aber weiter geehrt werden.
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DüsseldorfDie Finanzdienstleistungsgruppe Wüstenrot & Württembergische AG (W&W) hat alle Incentive-Reisen im Konzern aus den vergangenen drei Jahren überprüft. Konzernweit wurden dabei rund 460 Reisen sowie andere Veranstaltungen identifiziert und geprüft. Dabei ergaben sich jedoch keine neuen Erkenntnisse für Fehlverhalten von Mitarbeitern.

Die Vorkommnisse in Rio de Janeiro seien als bedauerlicher Einzelfall anzusehen, teilte der Konzern mit. Bis zu 20 Handelsvertreter sollen dort in einem einschlägig bekannten Nachtclub eingekehrt sein. Die W&W habe gleichwohl auf die Vorfälle reagiert und die Incentivierung und Bonifikation der Vertriebe noch konsequenter auf die Interessen der Kunden ausgerichtet.

Die W&W-Gruppe werde zukünftig, wie bereits angekündigt, keine Incentive-Reisen als Belohnungs- und Bindungsinstrument für die Vertriebspartner mehr durchführen. Der Konzern halte aber an Motivationsmaßnahmen, beispielsweise Wettbewerben, für den Vertrieb fest. Auch lasse sich ein Vertrieb mit rund 6.000 Außendienstpartnern nicht führen ohne persönliche Zusammenkünfte, Ehrungen und Tagungen, die An- und Abfahrtswege und teilweise Übernachtungen erforderten.

Die zentral organisierten Veranstaltungen für Spitzenleister würden jedoch nur noch in Deutschland abgehalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen Vertriebsthemen und Beiträge von externen Referenten aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport.

Die W&W bekräftigt ihr Ziel, im Geschäftsjahr 2012 einen IFRS-Jahresüberschuss von 250 Millionen Euro zu erzielen und damit das angekündigte Vorjahresergebnis zu übertreffen. Für das Geschäftsjahr 2011 weist die W&W nach endgültigen Zahlen einen IFRS-Jahresüberschuss in Höhe von 191,6 Millionen Euro aus. Damit wurden sowohl der für das abgelaufene Geschäftsjahr angesetzte Planwert in Höhe von 180 Millionen Euro als auch der aufgrund von Rechnungslegungsvorschriften angepasste Vorjahreswert in Höhe von 179,7 Millionen Euro um mehr als zehn Millionen Euro überschritten. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2011 soll mit 0,50 Euro pro Aktie konstant bleiben.

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