Incubator
Japanische Bank pleite

Erstmals kommt in Japan die 1971 eingeführte staatliche Einlagesicherung zur Abfederung von Bankenpleiten zum Einsatz. Die Incubator Bank of Japan, ein kleineres Kreditinstitut, das Darlehen an kleine und mittelständische Firmen vergibt, meldete heute in Tokio Insolvenz an.
  • 0

TOKIO. Die Bank war ins Fadenkreuz der japanischen Finanzaufsicht geraten, weil das Management angeblich versucht hatte, Überprüfungen der Geschäfte zu behindern. Im Mai hatte die Bank daraufhin bereits Teile ihrer Geschäfte vorläufig einstellen müssen, die Manager sitzen mittlerweile in U-Haft. Heute nun wurde angeordnet, dass das komplette Geschäft zum Schutz der Anleger bis Sonntag ruhen muss. Staatlich abgesichert sind jeweils 10 Million Yen (knapp 94.000 Euro) plus Zinsen, gab Shozaburo Jimi, Minister für das Finanzwesen, bekannt.

Im Juli waren der Chairman der Incubator Bank, Takeshi Kimura, deren Präsident Tatsuya Nishino und andere Bankoffizielle verhaftet worden. Kimura ist ein ehemaliger Zentralbanker, der sein eigenes Kreditinstitut 2004 gegründet hatte. "Der Bankrott war schon lange erwartet worden", sagte heute Yoshinobu Yamada, ein Analyst der Deutschen Bank in Tokio. Die Management-Fehler seien offensichtlich gewesen. Laut "Nikkei.com" wird die Incubator Bank für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres Verluste von 150 Mrd. Yen ausweisen. Man könne die Schulden nicht mehr zurückzahlen, lautete die Begründung für die Insolvenzanmeldung.

Was genau die Finanzaufsicht dem Management vorwirft, ist bisher nur vage bekannt. "Wir haben einige ernsthafte Regelverstöße festgestellt", hieß es lediglich in einem Statement im Juli. Laut Medienberichten sollen die Beamten unter anderem auf einen Deal gestoßen sein, bei dem die gesetzlich festgelegten Zinshöchstgrenzen überschritten wurden. Zudem berichtete die Aufsicht, dass einige Manager und Mitarbeiter der Bank Emails vernichtet hätten, die Aufschluss über die Verstöße geben könnten.

Die Zentralbank bemühte sich unterdessen, die schon wegen der Yen-Stärke verunsicherten Finanzmärkte zu beruhigen. Auch nach erm Zusammenbruch der Incubator Bank sei das japanische Finanzsystem weiter stabil, betonte Notenbank-Chef Masaaki Shirakawa.

Kommentare zu " Incubator: Japanische Bank pleite"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%