Ineffizienz
„Sehr dunkle Wolken“ über Spaniens Banken

Spanien versetzt die Investoren in Alarmbereitschaft. Schwedens Finanzminister Anders Borg hat diese Woche vor „sehr dunklen Wolken“ über den spanischen Banken gewarnt.
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San SebastiánUm eines der gravierendsten Probleme der spanischen Banken zu erkennen, muss man kein Experte sein, sondern nur in einer beliebigen spanischen Stadt herumschlendern. Zum Beispiel in San Sebastián, einem beliebten Urlaubsziel mit 180.000 Einwohnern im Norden des Landes. Die Calle Egia in einem normalen Wohngebiet: Wer hier die Niederlassung der Santander Bank verpasst, entdeckt fünf Meter weiter eine Filiale der Sabadell Guipuzcoano, geht er ein paar Schritte, findet er Caixa, daneben hat die Kutxa Bank eine Filiale. Gleich um die Ecke sitzen Vertreter der spanischen Banken BBVA, Caja Laboral und Kutxa Rural.

Man könnte den Eindruck gewinnen, man befinde sich im Bankenzentrum Frankfurts, und nicht in einem der Viertel in San Sebastián, wo Obdachlose vor heruntergekommenen Supermärkten schlafen. Das Problem wird hier ganz deutlich: Spanien ist bereits seit Jahren over-banked, das Land hat zu viele Banken.

Die enormen Überkapazitäten und die damit verbundene Ineffizienz versucht die spanische Regierung derzeit zu beseitigen. Von ehemals 45 verschiedenen Sparkassen sind nur noch 15 übrig geblieben. Zwischen 2008 und 2011 wurden zehn Prozent der Stellen und 13 Prozent der Filialen in der Branche gestrichen.

Vor allem die drei größten Banken Spaniens greifen derzeit zu: Caixa kündigte Ende März an, mit Banca Cívica zu fusionieren, das würde sie laut eigenen Angaben zur drittgrößten Bank Spaniens machen. Auch BBVA hat bereits zugeschlagen: Die Übernahme der angeschlagenen Bank Unnim beförderte die zweitgrößte spanischen Bank auf den ersten Platz in der Liste der spanischen Geldinstitute in Katalonien, einer der wichtigsten spanischen Märkte. Die Bank Santander will diesen Abstand mit einem neuen Kauf wieder verringern - vor wenigen Tagen meldete das Geldinstitut Interesse an der zum Verkauf stehenden Catalunya-Caixa an, die derzeit noch im Staatsbesitz ist.

Kommentare zu " Ineffizienz: „Sehr dunkle Wolken“ über Spaniens Banken"

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  • @lensoes
    Das sehe ich auch so.

    Ich gehe davon aus, dass wir unsauf den Austritt Deutschlands aus der Eurozone schon vorbereiten können.

    Die Spannungen im Euro sind so groß, dass die Südländer mächtig unter die Räder kommen. Würden diese aus dem Euro ausscheiden, schießt der Euro nach oben und die Euro-Schulden können nie mehr bezahlt werden. Scheidet Deutschland aus dem Euro, geht der Euro stark nach unten und die Wettbewerbsfähigkeit der "Südstaaten" steigt. Mit den Überschüssen können sie dann die Eurokredite bedienen und sich sanieren.

    Je später der Austritt Deutschlands erfolgt, um so katastrophaler sind die Folgen. Es wird aber m.E. nicht mit Merkel erfolgen. Sie ist stur wie ein Panzer, politisch eine schwache Frau, kein Vorbild. Sie opfert lieber andere als das sie ihre Ahnungs- und Visionslosigkeit eingesteht.


  • Scheint ja ein interessantes Jahr 2012 für Anleger jedweder Ausrichtung zu werden.
    Auf einen stärkeren Euro würd ich jetzt nicht unbedingt setzen.
    Na ja, Griechenland kommt aus der Schusslinie, spanische Banken entlasten direkt griechische Krisen-Politiker. Zumindest ein Hoffnungschimmer am nunmehr hellblauen Hellashorizont.

    Werd mal Heidelberger Druck oder Konkurrenz kaufen, paar neue Staatsaufträge für Druckapparate könnten in der Pipeline stehen.

    Bin flitzebogenmässig gespannt auf bald folgende Cajas-Krisentablettenaussagen bestimmter "EU Hioben", fängt immer bei Barro an und hört bei "Schmidchen Schulz" im Nachklapp auf.

    EU Beratervertrag für Greenspan, Krugman, Stieglitzchen, Roubini( der ist eher passend) und andere Singvögel a la Soros/Poulson, Ackermann , ein Weg aus der Krise ?
    Oder Einsatz bekannter Seher, Weisen ?

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