ING Bank
Niederländische Großbank in Korruptions-Affäre verwickelt

Behörden ermitteln gegen die niederländische Großbank ING wegen Korruptions- und Geldwäscheverdacht. Es geht um ungewöhnliche Zahlungen an die Firma eines usbekischen Regierungsvertreters. Das Geldhaus will kooperieren.
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AmsterdamDer niederländischen Großbank ING drohen wegen ihrer möglichen Verwicklung in einen Geldwäsche- und Korruptions-Skandal in Usbekistan empfindliche Strafen. „Gegen die Bank besteht der Verdacht, dass sie irreguläre Transaktionen nicht oder nicht rechtzeitig gemeldet hat“, sagte eine Sprecherin der für Finanzkriminalität zuständigen Ermittlungsbehörde am Mittwoch. Es gehe unter anderem um ungewöhnliche Zahlungen des russischen Mobilfunkers Vimpelcom an die Firma eines usbekischen Regierungsvertreters. Der russische Konzern, dessen operativer Firmensitz Amsterdam ist, hatte den Fall bereits vor gut einem Jahr in einem Vergleich gegen ein Bußgeld von 795 Millionen Dollar beigelegt.

Ein ING-Sprecher schloss nicht aus, dass die Ermittlungen auch für die Bank zu beträchtlichen Strafzahlungen führten. In dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Geschäftsbericht heißt es: „Die ING Bank ist Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen der niederländischen Behörden.“ Es gehe um die Aufnahme von Kunden, Geldwäsche und Korruption. Auch Behörden in den USA hätten deswegen um Auskünfte gebeten. Die Bank sei zur Kooperation bereit. Zu Einzelheiten wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Die Verwicklung von ING in den Vimpelcom-Fall war bereits im Februar 2016 in Gerichtsunterlagen bei einem Bezirksgericht in New York öffentlich geworden. Nach Erkenntnissen der US-Ermittler waren 800 Millionen Dollar Schmiergeld an Tarnfirmen eines hochrangigen Beamten mit Verbindungen zum - wenige Monate später verstorbenen - usbekischen Präsidenten Islam Karimow überwiesen worden. 184 Millionen davon kamen von ING.

Die ING-Aktie brach am Mittwoch um fünf Prozent ein. Die Analysten von KBW halten den Kurssturz aber für übertrieben. ING habe damit 2,3 Milliarden Euro Börsenwert verloren- mehr als die höchste in einem vergleichbaren Fall gezahlte Strafe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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