Insider-Bericht
25 Banken haben Stresstest offenbar nicht bestanden

Jede fünfte der 130 großen europäischen Banken soll laut Insidern beim Stresstest durchgefallen sein. Zehn davon weisen angeblich noch immer Lücken in der Kapiteldecke auf. Für die deutschen Institute sieht es gut aus.
  • 4

Frankfurt/BrüsselJede fünfte der 130 wichtigsten Banken in der Euro-Zone ist laut Insidern durch den Stresstest der Aufseher gefallen. 25 Institute hätten den Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge nicht genug Kapital, um eine neue Finanzkrise zu überstehen, sagten zwei mit den Ergebnissen vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. 15 von ihnen haben die Ende 2013 vorhandenen Kapitallöcher aber bereits geschlossen.

Bis zu zehn wiesen dagegen auch jetzt noch Lücken in ihrer Kapitaldecke auf. Von den 24 deutschen Teilnehmern an dem Gesundheits-Check hat keiner mehr Probleme. Branchenprimus Deutsche Bank hat Finanzkreisen zufolge locker bestanden: Das Institut stünde demnach auch nach einer schweren Krise noch mit einem Eigenkapitalpolster von 8,8 Prozent da. 5,5 Prozent hätten gereicht, um zu bestehen.

Die endgültigen Ergebnisse der größten Banken-Prüfung aller Zeiten in Europa sind noch bis Sonntagmittag unter Verschluss. Bis dahin wird um letzte Details gefeilscht. Die Banken wissen aber seit Donnerstagmittag, wie sie abgeschnitten haben. Deshalb sickerten schon vor dem Wochenende die ersten Zahlen durch. Die EZB betonte, die endgültigen Ergebnisse stünden noch nicht fest. Der EZB-Rat soll am Sonntagvormittag darüber beschließen. Bis dahin seien alle Berichte hochspekulativ. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Zahl der durchgefallenen Banken berichtet.

Darunter sind Insidern zufolge Institute aus Griechenland, Zypern, Slowenien und Portugal. Dagegen hätten die Banken aus Frankreich und Spanien im Großen und Ganzen besser abgeschnitten als erwartet. Die lange als Wackelkandidatin gehandelte HSH Nordbank wurde im Fitness-Check Insidern zufolge zwar schwer gebeutelt, hat diesen letztlich aber bestanden. Auch die Commerzbank ist Finanzkreisen zufolge durch.

Die Deutsche-Bank-Aktie verringerte nach dem Reuters-Bericht über das Abschneiden des Instituts ihre Verluste. Analysten hatten spekuliert, dass das größte deutsche Geldhaus die Mindestschwelle von 5,5 Prozent nur mit Hilfe seiner 8,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung erreicht haben könnte. Ohne eine Krise hält das Institut Finanzkreisen zufolge sogar ein komfortables Kapitalpolster von 12,6 Prozent - ebenfalls deutlich über den geforderten acht Prozent. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin erwartet eine turbulente Schlussphase der Prüfung. Es werde „noch den einen oder anderen Holperer“ geben, sagte BaFin-Chefin Elke König der „Börsen-Zeitung“ vom Freitag. „Daher wird es vor Publikation der Daten sicher noch die eine oder andere Korrekturschleife geben.“ Insgesamt zog sie eine positive Bilanz: „Wir haben trotz aller Hektik, die zum Schluss herrscht, alles in allem eine solide Überprüfung der Bilanzen, und wir haben ernstzunehmende Stresstest-Ergebnisse.“

Seite 1:

25 Banken haben Stresstest offenbar nicht bestanden

Seite 2:

Wackelkandidaten im Aufwind

Kommentare zu " Insider-Bericht: 25 Banken haben Stresstest offenbar nicht bestanden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nach nicht bestandenem Stresstest passoert nichts. Das ist reine Steuerzahler Verarsche!!!

  • Die Stimmung in Italien wird immer schlechter
    24.10.2014, 12:59 Uhr

    Die schleppende Konjunktur schlägt auf Konsumlaune der Italiener durch.

    (Reuters) Die Konjunkturflaute in Italien drückt immer stärker auf die Stimmung der Konsumenten. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank im Oktober um 0,5 auf 101,4 Punkte und rutschte damit auf den tiefsten Stand seit Februar ab, wie das nationale Statistikamt Istat am Freitag mitteilte. Die Bürger gaben sich in der Umfrage skeptischer sowohl zur gegenwärtigen Konjunktur und als auch zu den Aussichten.
    Die drittgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone hinkt der ohnehin schwachen Erholung im Währungsraum hinterher. Die Regierung in Rom rechnet für 2014 mit dem dritten Rezessionsjahr in Folge und erwartet ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,3%.
    Auch andere Konjunkturdaten belegten die Schwäche der Binnennachfrage. Die Einzelhandelsumsätze fielen im August um 0,1% zum Vormonat und um gut 3% zum Vorjahresmonat. Zudem lag die durchschnittliche Erhöhung der Löhne im September nur bei 1,1% zum Vorjahresmonat. Dies sei das geringste Wachstum seit Erhebung der Daten 1982, sagte ein Sprecher des Statistikamts.

  • "Man sagt, dass mit einem stählernen Besen kehren muss. Den kann man noch zu ganz anderem verwenden."
    Wer hat was davon, wenn dass das labile System zum Einsturz gebracht wird. Wer kann dabei gewinnen?
    Ist es da nicht intelligenter, sanft eine Umkehr einzuleiten?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%