Insider-Bericht

Julius Bär nimmt Asiengeschäft von ABN Amro ins Visier

Die niederländische Bank ABN Amro verkauft ihr Asiengeschäft. Neben der Schweizer Privatbank Julius Bär soll biete wohl auch die DBS Group aus Singapur mit. Quelle: AP
Zentrale von ABN Amro in Amsterdam

Die niederländische Bank ABN Amro verkauft ihr Asiengeschäft. Neben der Schweizer Privatbank Julius Bär soll biete wohl auch die DBS Group aus Singapur mit.

(Foto: AP)

Singapur/HongkongDie Schweizer Privatbank Julius Bär zählt Insidern zufolge zu den Interessenten für das zum Verkauf stehende Asien-Geschäft der niederländischen Bank ABN Amro. Neben Bär habe auch die DBS Group aus Singapur ein Auge auf die Aktivitäten mit verwalteten Vermögen von rund 20 Milliarden Dollar geworfen, sagten mehrere mit der Lage vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Preiszettel für das Geschäft dürfte sich Schätzungen von Investmentbankern zufolge auf 300 Millionen bis 350 Millionen Dollar belaufen. ABN Amro Asien könnte auch andere Vermögensverwalter auf den Plan rufen. Die erste Bieterrunde ende in den kommenden Wochen. Beraten werde ABN Amro beim Verkaufsprozess von Lazard.

ABN Amro, Bär, DBS und Lazard wollte sich dazu nicht äußern.

Gute Banken, schlechte Banken
Dunkler Himmel über den Banken in Frankfurt
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Europas Banken stecken in der Krise – das wussten Marktbeobachter schon vor dem großen Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere. Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Das KBV liegt bei fast allen Geldhäusern unter 1. Das bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen als von der Fortführung des Geschäfts – oder dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2016.

Platz 8: Deutsche Bank
2 von 11

Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

Platz 9: Credit Suisse
3 von 11

Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

Platz 10: Commerzbank
4 von 11

Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

Platz 6: Unicredit
5 von 11

Nettogewinn: 975 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 8,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 12,8 Prozent

KBV: 0,70

Platz 6: UBS
6 von 11

Nettogewinn: 943 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 7,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 15 Prozent

KBV: 0,88

Platz 5: Barclays
7 von 11

Nettogewinn: 992 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,8 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,6 Prozent

KBV: 0,41

ABN Amro hat wie viele Konkurrenten einen Sparkurs eingeschlagen und will bis 2020 bis zu sechs Prozent der Stellen streichen. ABN Amro wurde im Zuge der weltweiten Finanzkrise vom Staat übernommen. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung dann ein Beteiligungspaket an der Börse verkauft

Die Bank Bär war bereits in den vergangenen Jahren auf Wachstumskurs: Die Privatbank hat etwa das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft der Bank of America übernommen. Im Sommer hatte Bankchef Boris Collardi betont, das Institut habe bei Zukäufen immer noch Spielraum.

  • rtr
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