Insider-Information
Commerzbank gehört zu systemrelevanten Instituten

Auch die Commerzbank gehört nach Angaben eines Insiders zum Kreis systemrelevanter Banken und wird künftig mehr Eigenkapital vorhalten müssen. Der Zuschlag soll nahe der unteren Grenzen von einem Prozentpunkt liegen.
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FrankfurtZwei deutsche Banken gehören Finanzkreisen zufolge aus Sicht der Aufseher zu den wichtigsten Geldhäusern der Welt. Neben der Deutschen Bank sei auch die Commerzbank auf der offiziellen Liste der 28 systemrelevanten Institute, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Für diese großen Banken gelten künftig strengere Kapitalanforderungen. Sie müssen ein bis 2,5 Prozentpunkte mehr Eigenkapital vorhalten als weniger vernetzte Banken. Zugleich genießen sie aber Vorteile bei der Refinanzierung, weil sie de facto vor einer Pleite geschützt sind. Die Regeln sollen beim Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im November verabschiedet und ab 2016 schrittweise umgesetzt werden.

Während die Deutsche Bank dem Insider zufolge voraussichtlich einen Zuschlag von 2,5 Prozentpunkten verkraften muss, liegt dieser bei der Commerzbank am unteren Rand. Wenn 2019 die neuen Vorschriften Basel III vollständig eingeführt sind, müssen alle Banken bereits sieben Prozent hartes Kernkapital, sprich Stammkapital und Gewinnrücklagen, vorhalten - mehr als drei Mal soviel wie früher. Großbanken wehren sich derzeit noch mit Händen und Füßen gegen den geplanten Zuschlag, aber bislang stoßen sie mit ihren Klagen auf taube Ohren bei den Regulierern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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