Insiderbericht
ÖVAG benötigt Kapitalspritze für Stresstest

Die ÖVAG hat die Kapitalvorschriften der EZB offenbar nicht erfüllen können. Die Kapitallücke müsste die Bank spätestens ins neun Monate schließen. Nun führt das Geldhaus Gespräche mit potenziellen Lückenfüllern.
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WienDie österreichische Krisenbank ÖVAG hat den laufenden Gesundheitscheck der EZB bei europäischen Großbanken Insidern zufolge wohl nicht bestanden. Im strengsten Stresstest-Szenario habe das Volksbanken-Spitzeninstitut nach ersten Berechnungen die Kapitalvorschriften der Aufseher nicht erfüllen können, sagten zwei mit der Lage vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Test sowie die vertiefte Bilanzprüfung hätten eine Kapitallücke in der Größenordnung von 600 bis 800 Millionen Euro zutage gefördert, sagte eine der Personen.

Zuvor hatte bereits der „Standard“ über einen Geldbedarf in dieser Größenordnung berichtet. Noch gebe es aber keine endgültigen Ergebnisse aus dem Gesundheitscheck, sagte ein Insider. Wieviel Geld die ÖVAG tatsächlich benötige, stehe daher noch nicht fest.

Die Bank selbst wollte sich dazu nicht äußern. „Die Ergebnisse des Stresstest liegen noch nicht vor“, sagte ein Sprecher. Sie sollen im Oktober veröffentlicht werden. Die Österreichische Nationalbank lehnte eine Stellungnahme ebenfalls ab.

Woher die ÖVAG das benötigte Geld bekommt, ist noch offen. Sie muss ihre Kapitallücke nach den Vorgaben der Aufseher nun innerhalb der kommenden sechs bis neun Monate schließen. Es gebe „seit geraumer Zeit“ Gespräche mit den den regionalen Volksbanken als Mehrheitseigentümern, sagte einer der Insider. Sie halten 51,6 Prozent an dem Institut. Weitere 43,3 Prozent hält der österreichische Staat. Es sei auch nicht „ganz ausgeschlossen“, dass dieser die Bank neuerlich stützen müsse, sagte die mit den Gesprächen vertraute Person. Zuletzt hatte sich die Regierung dagegen ausgesprochen.

Die EZB durchleuchtet die Bilanzen der Banken und unterzieht sie einem strengen Stresstest, bevor sie im November die Aufsicht über die größten europäischen Institute übernimmt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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