Insolvenz Deutsche Bank soll Hertie-Standorte retten

Bei den Verhandlungen rund um das Fortbestehen der insolventen Kaufhauskette Hertie gehen die Bürgermeister von mehr als 50 betroffenen Kommunen einen nicht gerade konservativen Weg: Die Deutsche Bank soll helfen, Hertie-Standorte zu sichern. Und so unrealistisch ist die Idee gar nicht mal.
Die Deutsche Bank soll helfen, möglichst viele Hertie-Standorte zu retten. Quelle: dpa

Die Deutsche Bank soll helfen, möglichst viele Hertie-Standorte zu retten.

(Foto: dpa)

HB FRANKFURT. Die größte Bank des Landes gilt als Hauptgläubiger des britischen Hertie-Investors Dawnay Day, der sich aus Sicht der Kommunalpolitiker bisher allen Rettungsversuchen durch überhöhte Miet- und Kaufpreisforderungen widersetzt habe. Man hoffe, dass die Deutsche Bank ihren Einfluss geltend mache, sagte der Rendsburger Bürgermeister Andreas Breitner (SPD) am Dienstag.

Das Verhalten der Briten sei völlig unverständlich, meinte der Rathauschef aus Norddeutschland. „Wir hatten einen Investor, der die Kaufhäuser unter der Marke Hertie weiterführen wollte und dann haben die Preise verlangt, die höchstens aus Londoner Sicht sinnvoll sein könnten.“ Mit marktüblichen Immobilienpreisen hätte das nichts zu tun gehabt.

In der Folge seien Versuche gescheitert, mit dem Investor direkte Gespräche zu führen. „Deshalb wollen wir mit der Deutschen Bank sprechen. Die hat für uns eine Adresse und ein Gesicht.“ Laut Breitner ist die Deutsche Bank bei sämtlichen Hertie-Immobilien im Grundbuch als Gläubiger eingetragen. Die Bürgermeister sollten am Nachmittag in Frankfurt von dem Deutschland-Chef und Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, empfangen werden.

Die Kommunen könnten selbst keine großen Beträge zur Rettung der Kaufhäuser aufbringen, sagte der Rendsburger Rathauschef. Es sei aber durchaus möglich, zur Sanierung der bereits vom Alteigentümer Karstadt vernachlässigten Häuser Mittel aus der Städtebauförderung locker zu machen. Die Städte fürchten einen dauerhaften Leerstand der Kaufhausgebäude und nachlassende Attraktivität in ihren Zentren.

Im Mai hatte die Gläubigerversammlung in Essen die Schließung der noch bestehenden 54 Hertie-Kaufhäuser und die Einstellung des Geschäftsbetriebs beschlossen. Die Häuser sollen voraussichtlich zum Sommer schließen.

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