Institut steht nach Restrukturierung nun vor Zukäufen: Banca Intesa schaltet auf Expansion um

Institut steht nach Restrukturierung nun vor Zukäufen
Banca Intesa schaltet auf Expansion um

Italiens größtes Kreditinstitut, Banca Intesa, tritt in eine neue Phase ein. Nachdem Chef Corrado Passera in den vergangenen zwei Jahren den Konzern einer Schrumpf- und Rosskur unterzogen hat, schaltet der Top-Manager nun wieder auf Expansion: Banca Intesa berichtet im Rahmen ihres Jahresabschlusses, dass sie das viertgrößte türkische Geldhaus, Garanti Bank, sowie das italienische Private Banking des Crédit Agricole Indosuez übernehmen wolle.

MAILAND. Garanti hat 2003 mit 350 Filialen und 6 500 Mitarbeitern mit einem Nettogewinn von 214 Mill. Dollar abgeschlossen. Der Verwaltungsrat hat dem Management unter Passera den Auftrag erteilt, entsprechende Exklusivverhandlungen zu führen. Sollten sie erfolgreich abgeschlossen werden, würde dies nach Ansicht von Beobachtern eine wichtige Zäsur darstellen.

Grund: Seit der viel gelobte Sanierer der italienischen Post im Jahr 2002 das Ruder bei der Banca Intesa übernommen hat, stand eisernes Sparen, der Verkauf von Tochtergesellschaften – vor allem in Südamerika – sowie die Reduzierung von Risikoassets – beispielsweise Ausleihungen an internationale Großkonzerne – im Mittelpunkt der Strategie. Folge: Die Bilanzsumme hat sich um rund 20 Prozent auf 260 Mrd. Euro verkürzt, das Gewicht des Auslandsgeschäfts ist von 30 Prozent auf unter 20 Prozent zurückgegangen, die Kapitalausstattung hat sich mit einer Steigerung der Kernkapitalquote von 5,9 Prozent auf 6,9 Prozent merklich verbessert. Nach erwartungsgemäß guten Zahlen für das Geschäftsjahr 2003 mit einer Versechsfachung des Nettogewinns auf 1,2 Mrd. Euro ändert sich nun die Musik. „Banca Intesa will wieder wachsen und mit den Wölfen heulen,“ sagte gestern der Bank-Analyst eines amerikanischen Investmenthauses in Mailand.

Auf einer Telefonkonferenz bezeichnete Passera 2003 als das Jahr der Wende. Die Ergebnisse unterstützen diese Aussage: Trotz Abschreibungen von 288 Mill. Euro auf Kredite an Parmalat im letzten Quartal, was 80 Prozent der Ausleihungen an den insolventen Milchkonzern entspricht, hat sich die Ertragskraft des Mailänder Instituts merklich erhöht. Dank einer dreiprozentigen Steigerung der Kommissionserlöse und einer Verfünffachung des Handelsergebnisses konnte der schwächere Verlauf des Zinsüberschusses von minus 6,4 Prozent überkompensiert werden.

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