Institutschef Pörschke: „Die Eurohypo kann als Spezialbank bestehen“

Institutschef Pörschke
„Die Eurohypo kann als Spezialbank bestehen“

Für die Commerzbank sind Erfolgsmeldungen zur Eurohypo wichtig, denn die Bank muss sich von ihrer Tochter bis Ende 2014 trennen. Umso günstiger ist es da, dass der Sparkurs des Immobilien- und Staatsfinanzierers schneller Ergebnisse bringt als geplant. Warum die Finanzierung der Eurohypo daher künftig konservativer ausfallen wird, erläutert deren Chef Frank Pörschke im Interview.
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Handelsblatt: Die Eurohypo soll bis 2014 verkauft werden. Was muss eigentlich geschehen, damit Ihr Institut verkaufsfähig ist?

Frank Pörschke: Wichtig ist in erster Linie, dass wir unser Geschäftsmodell optimieren. Es muss profitabel sein und die Abwärtsrisiken müssen beherrschbar sein.

Für einen Verkauf müsste die Eurohypo aber vermutlich auch wieder kapitalmarktfähig werden. Im Moment gibt es doch praktisch keine spezialisierte Immobilienbank, die sich ohne Staatshilfen am Kapitalmarkt finanzieren könnte?

Mit Pfandbriefen, also mit Anleihen, die mit Immobilien- oder Staatskrediten besichert sind, geht das schon. Das ist zwar etwas teurer als vor der Krise, aber absolut im Rahmen. Relativ zu anderen Refinanzierungsmitteln haben wir mit dem deutschen Pfandbrief einen echten Wettbewerbsvorteil. Die unbesicherte Finanzierung ist natürlich noch immer viel schwieriger und teurer - für alle. Aus diesem Grund refinanzieren wir uns in der aktuellen Lage an den Kapitalmärkten weiterhin über die Commerzbank, da haben wir eine klare Aufgabenteilung.

Mittelfristig ist das aber keine Lösung, wenn die Eurohypo verkauft werden soll. Könnte die Eurohypo als Spezialinstitut langfristig überhaupt alleine bestehen, also ohne einen großen stabilen Mutterkonzern?

Im Grundsatz kann sie als Spezialbank bestehen. Die aktuelle Situation an den Finanzmärkten können Sie nicht als Maßstab nehmen. Eine Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Kapitalmärkte beruhigen und wieder normalisieren. Aber eine Bank muss ein solides Geschäftsmodell vorweisen können, darauf kommt es an. Wenn wir den Märkten beweisen, dass wir das haben, dann werden die Anleger uns auch wieder anders beurteilen als heute.

Und wie muss dieses überzeugende Geschäftsmodell aussehen?

Konservativer und stabiler. Aber darauf arbeiten wir mit unserem Strategieprogramm Fokus auch hin. Das heißt konkret, dass beispielsweise Immobilieninvestoren bei der Finanzierung mehr Eigenkapital mitbringen müssen. Wenn der Kredit nur etwa 60 bis 70 Prozent des Marktwerts einer Immobilie darstellt, dann ist das Risiko für die Bank beherrschbar.

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