Interesse an Berliner Bank Commerzbank weiter auf Shopping-Tour

Unmittelbar nach der Übernahme der Eurohypo hat Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller weitere Zukäufe in Aussicht gestellt. "Alles was preiswert und attraktiv ist, wird von uns geprüft", sagte Müller. So wird beispielsweise Interesse an der zum Verkauf stehenden Berliner Bank gezeigt.
Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller will das Privatkundengeschäft weiter stärken. Foto: dpa

Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller will das Privatkundengeschäft weiter stärken. Foto: dpa

HB FRANKFURT. Müller bekräftigte das grundsätzliche Interesse der Bank, sich im inländischen Privatkundengeschäft zu verstärken. Neben der Berliner Bank sei auch deren Konzernmutter Bankgesellschaft Berlin, die danach veräußert werden muss, für sein Institut attraktiv, sagte der Commerzbank-Chef am Donnerstag in Frankfurt. Beide Häuser können allerdings nicht von dem selben Investor erworben werden. Müller ließ offen, welches er favorisiert.

2001 stand die Bankgesellschaft wegen Milliardenrisiken im Immobiliengeschäft vor dem Aus und konnte nur durch Finanzhilfen des Landes Berlin gerettet werden. Auflagen der EU zufolge muss nun zunächst die Berliner Bank bis Herbst 2006, dann die Mutter Bankgesellschaft bis Ende 2007 veräußert werden.

Gewinnsprung durch Eurohypo-Kauf erwartet

Die Commerzbank will mit Hilfe des 4,5 Mrd. Euro teuren Zukaufs der größten deutschen Immobilienbank Eurohypo zudem ihren Gewinn in den kommenden Jahren steigern und den Aktionären eine höhere Dividende zahlen.

Den anderen Eurohypo-Haupteigentümern Deutsche und Dresdner Bank kauft die Commerzbank ihre Anteile für durchschnittlich je 19,60 Euro ab. Künftig hält sie damit 98 Prozent an der Eurohypo. Es ist der größte Zusammenschluss in der inländischen Finanzbranche seit dem Kauf der Dresdner Bank durch die Allianz im Jahr 2001. Finanziert wird die Übernahme mit der Ausgabe neuer Aktien, der Aufnahme von Hybrid-Kapital sowie dem Verkauf von Beteiligungen. Die Kapitalerhöhung fand bei Anlegern am Donnerstag großen Anklang, die Commerzbank nimmt damit 1,36 Mrd. Euro ein.

„Wir gehen von einer spürbaren Steigerung des Gewinns je Aktie sowie der Eigenkapitalrendite ab dem Jahr 2006 aus“, sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller. „Gleichzeitig nimmt die Stabilität und Kalkulierbarkeit der Ertragsströme zu.“ Für sein Institut sei die Akquisition ein „Quantensprung“.

Die Bilanzsumme steigt um mehr als die Hälfte auf rund 700 Mrd. Euro. Damit wird die Commerzbank zur Nummer zwei der Branche nach der Deutschen Bank aufsteigen. Die Kunden hätten damit eine „echte Alternative“ zum Branchenprimus“, sagte Eurohypo-Chef Bernd Knobloch, der im Amt bleiben will. Er hatte bis zuletzt für einen Börsengang der Eurohypo gekämpft, der nun endgültig vom Tisch ist.

Müller schätzt, dass die Commerzbank ab 2008 insgesamt 100 bis 130 Mill. Euro pro Jahr an Kosten- und Ertragsvorteilen verwirklichen kann. Dem stünden 150 Mill. Euro an einmaligen Integrationskosten im Jahr 2006 gegenüber, sagte Finanzvorstand Eric Strutz.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%