Internationale Expansion geplant
Finanz-Start-up Number26 bekommt Banklizenz

Das Berliner Start-up will europaweit als Bank auftreten - mit einem deutlich günstigeren Girokonto gegenüber traditionellen Wettbewerbern. Die neue N26 Bank wird ein Ex-Chef einer deutschen Direktbank leiten.

BerlinDas Fintech-Unternehmen Number 26, das Banking über das Smartphone anbietet, wächst aus den Kinderschuhen heraus. Das Startup hat die Vollbank-Lizenz von der Finanzaufsicht Bafin und der Europäischen Zentralbank erhalten. Das ist vor wenigen Monaten auch Finleap für ihre Solarisbank gelungen. „Die Banklizenz ist ein weiterer wichtiger Schritt, mit dem wir die Wertschöpfungskette im Retail Banking ausbauen können“, sagte Valentin Stalf, einer der beiden Number 26-Gründer in Berlin. Zudem wird das Unternehmen umfirmieren. Aus Number 26 wird „N26“.

In den vergangenen Wochen ist das Unternehmen, das nach eigenen Angaben mehr als 200000 Kunden in acht europäischen Ländern zählt,  in die Schlagzeilen geraten. Es kündigte ohne große Vorankündigung Kontoinhabern, die zu häufig Bargeld abhoben und die Kalkulation von N26 ins Wanken brachten. Das Unternehmen räumte Fehler bei der Kommunikation ein. Von den rund 400 gekündigten Kunden sollen  35 Prozent  bei N26 geblieben sein.

Nur weil N26 jetzt eine Banklizenz habe, werde man jetzt nicht die Bilanz aufpumpen, meinte Stalf. Neuer Chef der N26 Bank ist Markus Gunter, einst Geschäftsführer bei Pioneer Investments und Vorstandssprecher der DAB Bank. Doch Ziel sei es eindeutig, den Kunden mehr Angebote zu machen, so Stalf. Bislang bietet N26 ein Girokonto mit Dispokredit und eine Maestro-Karte an. Die Bank hinter den Kulissen ist derzeit die börsennotierte Wirecard Bank. Das Girokonto könne N26 fünf bis zehn Mal günstiger anbieten als eine  traditionelle Bank, hieß es.

In den nächsten Wochen sollen weitere Produkte lanciert werden,  um das Provisionsgeschäft anzukurbeln. Dabei geht es um Investmentprodukte, Spar- und Versicherungsangebote, zudem soll ein Konsumentenkredit angeboten werden. „Number26 emanzipiert sich mit der eigenen Lizenz vom bisherigen Partner und wird damit unabhängiger in den Entscheidungen. Damit schafft das Fintech gleichzeitig eine Basis für die angestrebte Erweiterung des Produktportfolios“, urteilt Friederike Stradtmann, Expertin für digitale Geschäftsmodelle bei Accenture Strategy. Mit der Banklizenz kämen allerdings auch Pflichten und damit Kosten auf das Unternehmen zu.

Bei der letzten Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen rund 35 Millionen Euro ein. Dabei beteiligten sich so namhafte Investoren wie der Co-Gründer von Paypal, Peter Thiel, und der reichste Mann Asiens, Li Ka-Shing. Das Geld reiche aus, um die Bank mit ausreichend Kapital zu unterlegen, sagte Stalf.

Alle Investoren hätten eine langfristige Anlagestrategie. Dennoch machen sich die Gründer natürlich Gedanken über einen möglichen Exit. „Unser Traum ist es natürlich, an die Börse zu gehen“, meinte Stalf. Aber bis dahin sei es noch ein langer Weg. Immerhin zählt sich N26 zu den am schnellsten wachsenden Banken in Deutschland. In wenigen Jahren soll die Millionengrenze bei der Kundenzahl erreicht sein. Vom Wachstum werde es abhängen, ob  in drei Jahren schwarze Zahlen geschrieben werden.

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