Internationale Konkurrenz expandiert Deutsche Banken hinken hoffnungslos hinterher

Während die meisten deutschen Banken noch nach lukrativen Wachstumsfeldern suchen, haben viele ausländische Rivalen sie längst aufgetan.Die Folge: Die heimischen Institute werden international durchgereicht.
Marktkapitalisierung ausgewählter Banken. Grafik: Handelsblatt

Marktkapitalisierung ausgewählter Banken. Grafik: Handelsblatt

HB FRANKFURT/M. Zählten sie noch in den neunziger Jahren zu den führenden Häusern in Europa, kann mittlerweile nur noch die Deutsche Bank international halbwegs mithalten.

Vor allem beim Wachstum durch Übernahmen hinken die deutschen Banken hoffnungslos hinterher. Zwar kommt mit dem Kauf der Eurohypo durch die Commerzbank und des BHW durch die Postbank endlich Bewegung in die Bankenlandschaft. Doch insgesamt sind die Möglichkeiten für große Zukäufe vor allem wegen des Drei-Säulen-Modells dünn gesät. Ganz anders im Ausland: Fast alle internationalen Branchenriesen verdanken ihr Größe vor allem milliardenschweren Übernahmen. Die Bank of America etwa, heute die Nummer drei weltweit, hat alle zwei Jahre eine Bank geschluckt. Auch BNP Paribas, UBS, Santander und BBVA in Spanien und die Royal Bank of Scotland haben Großfusionen hinter sich.

Doch es muss nicht immer der ganz große Wurf sein: Auch im Alltagsgeschäft sind ausländische Banker beim Erschließen von Wachstumsquellen findiger. „Dabei geht es oft gar nicht um große strategische Entwürfe, sondern darum, das Alltagsgeschäft einen Tick besser zu machen als die Konkurrenz“, sagt Walter Sinn von Boston Consulting. Bei der Aufteilung der Kunden in verschiedene Segmente, denen dann jeweils maßgeschneiderte Produkte angeboten werden, seien ausländische Banken oft weiter als die hiesigen Institute.

Freilich müssen auch die europäischen und amerikanischen Großbanken mit reifen Heimatmärkten leben, die nur noch mäßig wachsen. Als Ausweg setzten viele Häuser auf die Expansion in Schwellenländern. Santander und BBVA verdanken ihr Wachstum zu einem Gutteil dem massiven Engagement in Lateinamerika. Andere Häuser, etwa in Österreich, bevorzugen Osteuropa. Wie attraktiv diese Region ist, zeigt sich am Beispiel HVB: Es gilt als offenes Geheimnis, dass Unicredito die HVB vor allem wegen ihres starken Osteuropageschäfts gekauft hat, das die Münchener wiederum teilweise der Übernahme der Bank Austria vor einigen Jahren verdanken. Seit kurzem gilt China als das Land der großen Möglichkeiten – auch dort drohen die deutschen Häuser mit Ausnahme der Deutschen Bank den Anschluss zu verpassen.

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