Internationale Studie veröffentlicht: Schlüssel zum Kampf gegen den Klimawandel endlich einsetzen

Internationale Studie veröffentlicht
Schlüssel zum Kampf gegen den Klimawandel endlich einsetzen

Finanzinstitute rund um den Globus fordern bessere sowie regionale und sektorale Klimainformationen - Prognosen sind in diesem Fall entscheidungsrelevant.
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BerlinDie Verfügbarkeit, Qualität und Zugänglichkeit von Informationen zum Klimawandel sind für Finanzinstitute völlig unzureichend. Dies ergab eine vom Bundesforschungsministerium geförderte Umfrage der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms (UNEP FI) und des Sustainable Business Institut (SBI) in Oestrich-Winkel von 60 Versicherern, Rückversicherern, Kreditgebern und Vermögensverwaltern aus allen Kontinenten. Die weltweit erste internationale Studie zu Klima-Betroffenheit und Informationsbedürfnissen des Finanzsektors wurde gestern in Frankfurt vorgestellt.

Die Situation sei unhaltbar, hieß es, da Finanzakteure eine Schlüsselrolle dabei spielen können, die Wirtschaft rascher und auf breiter Basis an den Klimawandel anzupassen. Denn sie können ihre Kunden beeinflussen und investieren in Unternehmen aller Branchen überall auf der Welt. Ein besseres Risikomanagement könne für ganze Regionen und das Wohlergehen der Menschen grundlegend sein.

"Bis heute wird die Schlüsselrolle vernachlässigt, die Finanzinstitute und privatwirtschaftliche Entscheidungsträger für eine höhere Widerstandsfähigkeit von Ökonomien und Gesellschaften gegen den Klimawandel spielen können", kritisiert UNEP FI-Leiter Paul Clements-Hund. Die Studie zeige, was nötig sei, damit die Institute aktiv werden können. "Der Aufbau von Klima-Kompetenz im Finanzsektor hat eine erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung", betont SBI-Leiter Paschen von Flotow. Die Institute seien Multiplikatoren des Wissens. "Für einige ist diese Kompetenz schon heute erfolgskritisch."

Die Finanzdienstleister, darunter Allianz, BayernLB, Deutsche Bank, HVB/Unicredit, Munich Re und WestLB, erwarten steigende Risiken. Sie seien schon jetzt für sie und ihre Kunden spürbar. Beispiel Australien: Nie sei diskutiert worden, dass der Bergbau unter Extremwetterereignissen leiden könne, sagen Experten. Die Überschwemmungen in Australien, die noch Monate andauern können, lehren ein anderes. Bergwerke mit einer Produktionskapazität rund 30 Prozent des australischen Kohleexportes mussten schließen, Kohle- und Stahlpreise steigen. Beispiel Europa: Hier schlagen Flugausfälle und massenhaft beschädigte S-Bahnen mangels Vorbereitung auf einen harten Winter zu Buche.

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Großes Informationsdefizit

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