Internationaler Bankenverband
Bankenregulierung schadet der Güterwirtschaft

Der Internationale Bankenverband kritisiert die Entwicklung der nationalen Regelsetzungen für Banken. In Mexiko City fordern sie die G20 auf, die Regulierungen auf den Prüfstand zu stellen.
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Mexiko CityFür den Internationalen Bankenverband IIF geht die Entwicklung der weltweiten Bankenregulierung zum Teil in die falsche Richtung. Es drohe ein Schaden der Güterwirtschaft, erklärten Geschäftsführer Charles Dallara und andere Führungsmitglieder am Freitag in Mexiko City.

Den Kern der von den 20 führenden Industrie- und Schwellenländern angeschobenen Reformen stellt der Verband zwar nicht in Frage. Allerdings stimme die Balance zwischen den Maßnahmen wie höheren Kapital- und Liquiditätsanforderungen nicht - gerade wenn Wachstum und Beschäftigung das Ziel seien. Zudem gebe es immer mehr nationale Regelsetzungen. Von Konsistenz könne keine Rede sein.

Die G20- Finanzminister sollten daher bei ihrem Treffen in der mexikanischen Hauptstadt diese Fragen mit den dazugehörigen Zeitplänen auf den Prüfstand stellen. Änderungen fordert der IIF zum Beispiel im Hinblick auf die zusätzlich geforderten Kapitalpuffer bei den weltweit größten Banken, den für das gesamte Finanzsystem relevanten Instituten.

Um die Anforderungen zu erfüllen, sollten diese Geldhäuser zwei Jahre länger Zeit bekommen. Ansonsten drohe eine Belastung der ohnehin schleppenden Konjunkturentwicklung durch Kreditengpässe. Die G20-Staats- und Regierungschefs hatten im November in Cannes vereinbart, 30 der größten Banken in ihren Reihen zusätzliche Kapitalpuffer von ein bis 2,5 Prozent des Kernkapitals abzuverlangen.

Dieses Zusatzpolster soll von 2016 an langsam eingeführt werden und dann voll ab 2019 gelten. Der IIF aber will, dass dieser Prozess wegen der aktuellen Konjunkturlage erst Anfang 2018 beginnt. In einem Brief des IIF an das Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs hieß es, die Politiker müssten handeln, um unbeabsichtigte und nicht willkommene Schäden zu vermeiden.

Ein Thema der G20-Minister ist in diesem Jahr, die zusätzlichen Kapitalanforderungen an systemisch relevante Banken auch für andere Finanzfirmen, wie Versicherungen, weiterzuentwickeln. Das Finanzstabilitätsgremium FSB soll dazu neue Vorschläge machen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Internationaler Bankenverband: Bankenregulierung schadet der Güterwirtschaft"

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  • Der Bankenverband tritt in Europa vornehmlich durch Ackermann in Erscheinung.
    Es gibt nur eines zu tun und das ist auf jeden Fall nicht das, was der Bankenverband will. Es ist doch kaum reguliert worden - die Eigenkapitalquote ist, angesichts der "Geschäfte" die da getätigt werden, viel zu niedrig!
    Man muss nur eine Sach tun und das gründlich: die Banken so klein machen dass diese wieder pleite gehen können ohne ganze Staaten oder das gesamte Finanzsystem in den Abgrund zu reissen. Dann sehen wir mal weiter ...

  • Wer ist der Bankenverband ?
    wer ist der Dallara ?
    wer kann dazu etwas sagen ?

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