Intesa Sanpaolo
Italienische Bank mit höherem Ergebnis trotz fauler Kredite

Fast eine Milliarde Euro musste die italienische Bank Intesa Sanpaolo wegen fauler Kredite im ersten Quartal zurückstellen - deutlich mehr als im Jahr zuvor. Dennoch stieg der Nettogewinn beträchtlich.
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MailandDie größte italienische Filialbank Intesa Sanpaolo wappnet sich mit höheren Rückstellungen für die Folgen der Wirtschaftskrise in der Heimat. Die Bank stellte im ersten Quartal 970 Millionen Euro für faule Kredite zurück, 43 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie sie am Dienstag mitteilte. Trotzdem schaffte Intesa es, den Nettogewinn um 22 Prozent auf 805 Millionen Euro nach oben zu schrauben. Zum besten Ergebnis der vergangenen sieben Quartale verhalf ihr allerdings auch ein Extragewinn von 274 Millionen Euro aus dem Rückkauf eigener Anleihen. Intesa ist stark von der italienischen Wirtschaft abhängig, die im ersten Quartal in die Rezession abglitt. Die Bank erwirtschaftet 80 Prozent der Erträge im Inland. Die Intesa-Aktie gab um sechs Prozent auf 97,5 Cent nach.

Mit den Abschreibungen nehme Intesa einen Effekt vorweg, der andere Banken erst in den nächsten Quartalen treffen werde - weil sich das Institut das leisten könne, sagte Analyst Fabrizio Bernardi von Fidentiis Equities. Intesa war die einzige unter den großen fünf italienischen Banken, die im Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA von Anfang an genügend Kapital aufwies - trotz eines Verlustes von 10,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, mit dem die Bank der Euro-Schuldenkrise Tribut zollen musste. Als erstes Geldhaus aus den fünf Schuldenstaaten der Euro-Zone konnte Intesa im Februar aber wieder unbesichert Geld am Kapitalmarkt aufnehmen - mit einer ungewöhnlich langen Laufzeit von fünf Jahren.

Zusammen mit 25 anderen italienischen Instituten war Intesa am Montagabend von der Ratingagentur Moody's herabgestuft worden. Generaldirektor Carlo Messina sagte, er erwarte daraus keine großen Auswirkungen auf die Banken. Intesa müsse als Konsequenz aus der Abstufung um einen Punkt nur das Volumen der Papiere um zwei Milliarden Euro erhöhen, die als Sicherheit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt werden müssten. Italienische Staatsanleihen - von denen Intesa 76,9 Milliarden Euro in den Büchern hat - werde man aber nur noch mit kurzen Laufzeiten zukaufen. (Reporter: Silvia Aloisi, bearbeitet von Alexander Hübner, redigiert von Christian Götz)

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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