Investmentbank DrKW auf der Suche nach neuem Namen Gerüchte um Dresdner reißen nicht ab

Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), die Investmentbank der Dresdner Bank, denkt intensiv über eine Änderung des Namens nach. „Keiner in der Firma glaubt, dass der Name Wasserstein zusätzlichen Wert bringt“, sagt ein Banker. CEO Andrew Pisker gilt ebenfalls nicht als Anhänger des Anhängsels. Noch habe sich kein neuer Name durchgesetzt. Offiziell wollte gestern niemand etwas in der Bank sagen.

fs/sia LONDON/FRANKFURT/M. Bislang habe DrKW nicht an eine Namensänderung gedacht, heißt es, weil die Bank Investoren nicht verprellen wollte. Die Mutter Allianz hatte angedeutet, sie könne sich als eine Option weitere Minderheits-Aktionäre für die Investment-Bank vorstellen. Man wartete in London offenbar auf den Moment, an dem sich ein neuer Investor findet, um danach in Übereinstimmung den Namen zu ändern. Das hat sich geändert. Zu Ostern bezieht DrKW ein neues Gebäude in der Londoner City. Spätestens dann werde es einen neuen Namen geben. „Wasserstein muss schon deshalb verschwinden, weil der Name ausgeschrieben gar nicht an das neue Gebäude passt“, scherzte gestern ein Banker.

Damit reißen die Gerüchte um die Dresdner Bank nicht ab. So halten sie sich hartnäckig über eine Abspaltung des Firmenkundengeschäfts oder nur der Investmentbank. Darüber gebe es aber noch keine Entscheidung der Allianz. In London macht sich unter den Investmentbankern Frustration breit. Ein Managing Director sagte, es sei „lächerlich“, dass eine Entscheidung über die Zukunft so lange dauert. Rechtlich und operativ agieren beide Teile bereits unabhängig. Eine Abspaltung wäre also relativ leicht möglich.

Dennoch wird in London ein solcher Schritt als das falsche Signal gewertet: „Wir haben eine großartige Gelegenheit, die Bank zum Gegenspieler der Deutschen Bank aufzubauen“, heißt es hier. Bislang bedient die DrKW knapp hundert multinationale Firmen. Die Muttergesellschaft Dresdner Bank kommt auf gut 5 000 Firmenkunden. Zwar sind darunter viele kleine Gesellschaften, die keine Investmentbank benötigen. In London geht man aber davon aus, zwischen 200 und 1 000 zusätzliche Konzern- und Großkunden für Produkte der Investmentbank gewinnen zu können. Um dies zu erreichen, müsse aber die Struktur der Dresdner geändert werden. Vorstellbar wäre aus Londoner Sicht eine Renaissance der unter dem früheren Vorstand Leonhard Fischer geschaffenen Bereichs „Corporates and Markets“ unter einheitlichem Management. Alternativ kann man sich auch eine Joint-Venture-Struktur zwischen beiden Bereichen vorstellen, mit einer strikten Regelung über das Aufteilen von Gebühren und Provisionen. Hierzu hieß es aus der Bank gestern nur, die Entscheidungen liege bei der Allianz. Dort gab es gestern auf Nachfrage keine Antwort.

Die Schwierigkeiten mit der Versicherungs-Mutter sind bekannt: Die Allianz legt zuerst Wert auf das Privatkunden-Geschäft. Firmenkunden sind zwar in München erwünscht. Alle strategischen Überlegungen des Versicherungsriesen drehen sich aber zunächst um das Retailgeschäft.

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