Investmentbank
US-Behörden ermitteln wegen Insiderverdacht bei Goldman

Bei der US-Investmentbank steht der Leiter einer Research-Abteilung im Visier von Ermittlern - Henry King soll illegal Insiderinformationen an Hedge-Fonds weitergegeben haben.
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New YorkUS-Ermittler durchleuchten Medienberichten zufolge das Geschäftsgebaren eines Analysten von Goldman Sachs. Der Leiter des Taiwan-Researchs, Henry King, steht nach Informationen des „Wall Street Journals“ im Verdacht, Insiderinformationen an Hedge-Fonds weitergegeben zu haben. Damit erreichen die Ermittlungen der US-Behörden wegen Insidergeschäften an der Wall Street, die 2009 durch die Festnahme des Hedge-Fonds-Managers Raj Rajaratnam öffentlich wurden, erstmals die Research-Abteilung einer Großbank.

Rajaratnams Hedge–Fonds Galleon und Goldman sollen lange enge Geschäftsbeziehungen gepflegt haben. Sowohl die Investmentbank Goldman als auch die Behörden wollten sich zu dem Bericht nicht äußern. Im Zentrum der Ermittlungen wegen Insidergeschäften an der Wall Street stehen sogenannte Expertennetzwerke. Diese bestehen aus Einzelpersonen oder kleinen Agenturen, die versuchen, durch Direktkontakte im Umfeld von Firmen, etwa bei den Zulieferern, Informationen zu sammeln und an Investoren zu verkaufen.

Illegale Recherchen

Das ist nicht illegal, solange es sich dabei um öffentlich zugängliche Daten handelt. Menschen innerhalb einer Firma für Geheimnisverrat zu bezahlen und dann damit am Kapitalmarkt Geld zu verdienen ist dagegen illegal. King gilt als exzellenter Kenner der asiatischen Zulieferindustrie für westliche IT-Firmen. Goldman-Kunden wurde zuletzt mitgeteilt, er befinde sich derzeit in einer Art Sabbatical, einer beruflichen Pause, berichtet das „Wall Street Journal“.

Goldman ist nicht das erste Mal von den Ermittlungen betroffen. Die Behörden werfen dem ehemaligen Aufsichtsratsmitglied und Ex-McKinsey-Chef Rajat Gupta vor, Informationen aus Sitzungen des Goldman-Kontrollgremiums an Rajaratnam verkauft zu haben. Goldman-Chef Lloyd Blankfein hatte ihm vor Gericht vorgeworfen, die internen Regeln der Bank verletzt zu haben. Gupta selbst bestreitet die Vorwürfe bislang. Die US-Behörden sind in ihren Ermittlungen sehr erfolgreich. Seit Ende 2009 sind 56 von 64 Angeklagten verurteilt worden, teilweise haben sie sich schuldig bekannt. Rajaratnam verbüßt eine Gefängnisstrafe von elf Jahren.

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