Investmentbanking
Deutsche Bank will Bonuspool deutlich kürzen

Deutsche Bank-Co-Chef Cryan hatte angekündigt, dass auch die Mitarbeiter einen Teil der Last des Konzernumbaus tragen müssen. In der Investmentbank sollen einzelne Führungskräfte auf den gesamten Bonus verzichten.

FrankfurtDie Deutsche Bank verschiebt nicht nur den Ausschüttungstermin für die Boni der Mitarbeiter, wie das Handelsblatt exklusiv berichtet hatte. Auch die Höhe der Kürzungen konkretisiert sich. Das Institut könnte die Ausschüttungssumme für seine Investmentbanker um bis zu 500 Millionen Euro reduzieren, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Summe entspräche annähernd einem Drittel der für 2014 in der Sparte ausgeschütteten variablen Vergütung.

Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan hat die Bank auf einen Sparkurs eingestimmt. In einem Brief Anfang Oktober hatte er Einschnitte für Aktionäre und Beschäftigte angekündigt. Die Dividende könnte ausfallen und die Boni reduziert werden. Außerdem steht ein großer Stellenabbau bevor.

Cryan sucht der unter anderem nach Einsparungen im Wertpapiergeschäft. Es sei noch keine konkrete Entscheidung gefallen. Aber die größten Einschnitte seien für die Beschäftigten in der Sparte für den Handel mit Anleihen zu erwarten, sagte eine der Personen weiter.

Auf Kürzungen in dem Bereich hatte bereits eine Personalie hingedeutet: Der bisherige Chef des Aktienhandels Garth Ritchie war zum Chef des künftig neu geordneten Unternehmensbereichs „Global Markets“ befördert worden – und eben kein Anleihehändler. Auf der Ebene der „Managing Directors“ sei in einigen Fällen die gänzliche Streichung der Boni möglich, so die Person weiter. Ein Sprecher der Deutsche Bank wollte die Informationen nicht kommentieren.

Im dritten Quartal erwartet Europas größte Investmentbank einen Verlust nach Steuern von 6,2 Milliarden Euro, hatte sie am 7. Oktober mitgeteilt. Am jüngsten Wochenende folgte die Ankündigung eines grundlegenden Vorstands- und Unternehmensumbaus. Unter anderem wird die Investmentbank in zwei Bereiche aufgespalten.

Die bisherige Investmentbanksparte beschäftigte Ende Dezember 2014 insgesamt fast 26.000 Mitarbeiter. Davon sind mehr als 2.000 Beschäftigte als Risikoträger klassifiziert. Allein diese erhielten für 2014 insgesamt 1,09 Milliarden Euro an Boni, wie offizielle Dokumente zeigen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%