Investmentbanking
Flaute setzt australischer Macquarie-Bank zu

Die australische Bank Macquarie hat ihre Prognosen gesenkt. Statt einem Plus von 19 Prozent erwartet das Institut eine Stagnation.
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SydneyAls eines der ersten Institute weltweit muss die australische Großbank Macquarie der Flaute im Investmentbanking und an den Finanzmärkten Tribut zollen. Die Bank senkte am Mittwoch ihre Erwartungen sowohl für das Geschäft mit festverzinslichen Papieren, Rohstoffen und Währungen als auch für Börsengänge, Kapitalerhöhungen sowie Fusionen und Übernahmen.

Der August habe die Hoffnung auf einen Aufwärtstrend im Markt zerstört, begründete die Bank ihren Pessimismus. Die beiden Kernsparten trugen 2010/11 fast die Hälfte zum Gewinn von Macquarie bei. Trotzdem soll das Ergebnis in dem bis Ende März 2012 laufenden Geschäftsjahr steigen, weil das Fondsmanagement sowie die Sparten Unternehmens- und Projektfinanzierung weiter wachsen.

Im Handel rechnet Macquarie nun mit einem Rückgang statt eines stabilen Gewinns, das klassische Investmentbanking werde anders als gedacht nicht mehr abwerfen als vor einem Jahr. Die Rückbesinnung auf das traditionelle Investmentbanking nach der Finanzkrise hatte Macquarie in zwei der vergangenen drei Jahre geringere Gewinne beschert. Vorher hatte die Bank vor allem damit Geld verdient, dass sie Beteiligungen kaufte, bündelte, an die Börse brachte und für deren Verwaltung Gebühren nahm. Dazu gehört auch der Eschborner Energiedienstleister Techem.

Macquarie vollzieht mit der Korrektur der Erwartungen die Skepsis der Analysten nach: Fast alle hatten ihre Gewinnschätzungen für 2011/12 im August bereits zurückgenommen. Hatten sie vorher im Durchschnitt der I/B/E/S-Schätzungen noch mit einem Plus von 19 Prozent gerechnet, erwarten sie nun eine Stagnation bei 1,05 Milliarden australischen Dollar (rund 780 Millionen Euro).

Zwei Analysten sagten am Mittwoch, sie erwögen eine weitere Senkung. „Die Prognose ist weiter in Gefahr, weil sie auf eine Erholung zum Jahresende setzen“, sagte Ben Lyons vom Fondsmanager ATI, der seine Macquarie-Beteiligung in den vergangenen Monaten verkauft hat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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