Investor will Credit Suisse zerschlagen Angriff mit Ansage

Der Investor RBR nimmt die Credit Suisse ins Visier und will sie aufspalten. Die Attacke kommt nicht überraschend, denn die Bank gibt ein leichtes Ziel ab. Warum der Erfolg dennoch ungewiss ist. Ein Kommentar.
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Die Schweizer Großbank muss sich Berichten zufolge auf einen aktivistischen Investor einstellen. Quelle: AFP
Credit Suisse

Die Schweizer Großbank muss sich Berichten zufolge auf einen aktivistischen Investor einstellen.

(Foto: AFP)

ZürichEigentlich war die Liste der Probleme für Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam bereits groß genug: Die zweitgrößte Bank der Schweiz steckt mitten im Umbau, das Verhältnis zu Aktionären gilt als angespannt. Sie fragen sich, wie die Strategie der Bank in den kommenden Jahren aussehen soll. Ausgerechnet in dieser kritischen Phase muss der Manager auch noch die Attacke des aktivistischen Investors RBR Capital abwehren.

Der Fonds hat eine Beteiligung an der Credit Suisse aufgebaut. Offenbar will er das Institut in drei Teile aufspalten – in eine Investmentbank, einen Vermögensverwalter für Privatkunden und einen Fondsanbieter. Angesichts der schwierigen Lage bei der Credit Suisse scheint der Angriff fast schon überfällig, die Erfolgsaussichten sind jedoch ungewiss.

Hinter RBR steht der Ex-Analyst und Händler Rudolf Bohli. Er ist in der Schweiz kein Unbekannter, nahm etwa den Vermögensverwalter GAM und den Airline-Caterer Gategroup aufs Korn. Aber die Credit Suisse ist kein Essenslieferant, sondern eine systemrelevante Großbank. Dass Aufseher einer Aufspaltung ihren Segen erteilen würden, ist nur schwer vorstellbar. Auf die leichte Schulter nehmen sollten Thiam und seine Mannschaft die Attacke trotzdem nicht.

Auch deshalb, weil offenbar Gaël de Boissard mitmischt. Der ehemalige Co-Chef der Credit Suisse-Investmentbank kennt das Institut bestens. Er galt als Anwärter für den Chefposten der Bank, doch Tidjane Thiam machte das Rennen. Nach 15 Jahren bei der Bank war für de Boissard Schluss.

Die Attacke hat also alles, was ein gutes Drama braucht: Prominente Protagonisten, eine klares Ziel und wohl auch böses Blut. Was noch fehlen dürfte, sind die Unterstützer. Nach allem, was bisher bekannt ist, hält RBR lediglich Aktien für rund 100 Millionen Franken. Das entspricht gerademal rund 0,3 Prozent der Credit-Suisse-Anteile. Insgesamt ist die Bank rund 40 Milliarden Franken wert.

Zu rund 100 weiteren Investoren will RBR bereits die Fühler ausgestreckt haben, um sie als Mitstreiter zu gewinnen. Je mehr Investoren Bohli für seine Idee begeistert, desto mehr Druck kann er auf Thiam ausüben, um den Kurs der Bank zu korrigieren.

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